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IV. Die Befreiungskriege
Erst am 18. Februar rückten die letzten Teile von dessenKorps zur Armee ab, und der Herzog blieb allein vor Mainz .Eine gewaltsame Unternehmung wagte er nicht, da auch ihm seinGegner als ein energischer Mann bekannt war. Zu einer Be-lagerung fehlte das Material. Es blieb also bei der Einschließung.
Vor Saarlouis erging es ebenso. Gegen Luxemburg, Thion-ville und Metz hatte Dorck beim Einmarsch vergebliche Versucheunternommen. Es gelang ihm nicht, einen dieser drei festen Plätzein seine Gewalt zu bekommen. Auch er mußte sich auf derenÜberwachung beschränken. Dann lagen schwache russische Abteilungendavor, die durch das 4. deutsche Bundeskorps ersetzt werden sollten.Allein dessen Aufstellung verzögerte sich gleichfalls über Gebühr,und erst im Februar kam es nach der Mosel heran. Verdun undLongwy wurden überhaupt nicht eingeschlossen, und die Besatzungenbegannen bald, Unternehmungen in der Umgegend auszuführen unddas Land in Aufruhr gegen die Eindringlinge zu bringen. Nureine kleine fliegende Kolonne unter dem General Prinzen Bironkonnte zunächst dagegen verwendet werden.
Die Festungen am Oberrhein, in der Pfalz und im Elsaß wurden von schwachen badischen, bayerischen und russischen Truppeneingeschlossen. Vor Straßburg lagen nicht mehr als 5000 Mann?aber auch die Besatzung war nur wenig zahlreich und unter-nahm nichts mehr, nachdem am 24. Januar ein heftiger Ausfallzurückgewiesen worden war. Auch vor den anderen Plätzen ereig-nete sich nichts Wesentliches. Kleine Ausfälle geschahen wohl, umLebensmittel zu beschaffen. Hüningen wurde von den Verbündetenstark beschossen, hielt sich aber brav. Belfort umstellten die Öster-reicher, ebenso Besanyon. Mitte Februar zog man dorthin sogarschwere Geschütze aus der Schweiz heran und schritt zur Be-schießung, die aber ohne Erfolg blieb. Auxonne wurde nur ein-geschlossen.
Der Aufstand in Lothringen wuchs trotz der geringen Tätig-keit der Garnisonen allmählich mehr und mehr und schwoll heftigan, als Napoleon am 23. März nach der Schlacht von Arcis-sur-Nube unerwartet bei St. Dizier erschien. Von Nancy aus wurdedie fliegende Kolonne des Prinzen Biron, die zurzeit auf 4600Mann Infanterie, 460 Reiter und 12 Geschütze angewachsen war,als erste verfügbare Kraft nach Bar le Duc vorgeschoben, wo sieam 26. ankam und Wintzingerode traf, der nach einem unglücklichen