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1 (1910) Im Zeitalter Napoleons
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Unternehmungen von den französischen Festungen aus

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Gefecht gegen Napoleon dorthin zurückgegangen war. Nun wichauch Biron bis St. Mihiel aus, wo er zur Deckung von Nancy einst-weilen stehen blieb, dabei aber gegen Teile der Besatzung von Verdun und bewaffnetes Landvolk zu kämpfen hatte. Auf Napoleons Ge-heiß war inzwischen General Durutte aus Metz heraus gegenSaarlouis vorgebrochen und hatte die schwachen Einschließungs-truppen von dort verscheucht. Er entsetzte auch Thionville undLuxemburg und brachte ein mobiles Korps von 1012 000 Mannmit 39 Geschützen zusammen, das nun schon an größere Unter-nehmungen hätte gehen können. Unter Heranziehung aller irgenderreichbaren Abteilungen stellte sich Prinz Biron ihm bei Thian-court gegenüber auf. Duruttes kühner Zug beweist, wieviel sichbei einiger Unternehmungslust hinter den verbündeten Armeen vonden Franzosen hätte leisten lassen. Allein er kam bereits zu spät.

Napoleons letzter Zug im Rücken der Verbündeten

Der Kaiser befand sich inzwischen zu Doulevant in voll-kommener Ungewißheit. Er hatte am 25. März bemerkt, daß nurverbündete Kavallerie ihm folge. Macdonald, der mit seinem Heer-teil die Nachhut bildete, wurde lediglich beobachtet, nicht aber an-gegriffen. Meldungen besagten, daß auch die Gegend von Chaumont vom Feinde frei wäre. Um 10 Uhr vormittags ward Kanonen-donner hörbar. Marschall Ney berichtete, daß Bayern , Württem-berger und Russen Macdonald verfolgten. Tatsächlich handelte essich jedoch nur um Wintzingerodes Avantgarde unter Tettenborn.Wintzingerode selbst mit der Hauptkraft blieb bei St. Dizier . Mac-donald berichtete, daß 10000 Reiter mit 5060 Geschützen hinterihm her seien. Feiner Regen verhindere, wahrzunehmen, ob In-fanterie folge, die große Zahl der Kavallerie aber lasse daraufschließen, daß sich die ganze feindliche Armee auf beiden Ufern derMarne gegen ihn im Vormarsche befände. Es war ein verhäng-nisvoller Irrtum, dem er auch am Abend noch verfiel, als er inVassy Halt gemacht hatte und von neuem meldete:Die verbündeteArmee ist in unserer Nähe." Russische Gefangene sagten dasEntgegengesetzte aus. Das alles war sehr unklar.

Nun hatte Wintzingerode, wie ihm aus dem Hauptquartierbefohlen worden war, die List gebraucht, für Schwarzenberg unddie Monarchen in St. Dizier Quartier bestellen zu lassen, und der