Angriff der schlesischen Armee und des Prinzen Eugen
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Höhenrande hinziehenden alten Verschanzungen von 1792 leistetendie Franzosen den ersten kräftigen Widerstand. Vor dem über-legenen Artillerieangriff aber gingen sie dann auf La Chapellezurück, und die Artillerie der Verbündeten eilte in die verlassenenStellungen vorwärts. Die Infanterie rückte näher heran.
Katzelers Avantgarde hatte seit dem Morgen in dem Hofe vonLe Rouvrai, dessen sie sich schnell bemächtigte, einen harten Standgegen die feindliche Artillerie. Doch wurde sie durch Teile derDivision Prinz Wilhelm verstärkt, die zugleich, den Ourcqkanal östlichvon Pantin überschreitend und durch das Dorf hindurch vorgehend,die Russen und die neben ihnen fechtenden Garden kräftig unter-stützte. Mortiers Truppen von La Billette gingen ihr entgegen,und ein heftiger Kampf entbrannte in dem engen Raum zwischenLa Billette, Les Maisonnettes und Pantin , bei dem das 2. Leib-husarenregiment durch eine verwegene Attacke 14 Geschütze nahm.Dies war das Signal zum allgemeinen Angriff, dem sich auchTeile von Woronzows Korps anschlössen. Um 4 Uhr nachmittagsward La Billette endlich genommen, und die Preußen drangensiegreich gegen die beiden dicht dahinter liegenden Barrieren in derStadtmauer vor. Um 5 Uhr nachmittags setzte der Waffenstill-stand dem Kampfe hier ein Ziel.
Im Süden war der Kronprinz von Württemberg mit derlinken Kolonne erst nachmittags vor Vincennes und Charentoneingetroffen und hätte die dort stehenden schwachen französischenKräfte zurückgeworfen. Das Schloß von Vincennes behauptete sich.
In der Mitte vor den Höhen von Belleville war bis dahinder Kampf vom Prinzen Engen nur hinhaltend geführt worden,um erst die Flügel vordringen zu lassen. Um 3 Uhr nachmittagsaber begann auch dort der ernste Angriff gegen Pres St. Gervaisund den Park von Brieres, die von den Franzosen tapfer gehaltenwurden. Marmont setzte hier seine letzte Reservebrigade ein, dieaber nur noch die Stärke eines schwachen Bataillons besaß. PresSt. Gervais ging verloren, und auch in den Park von Brieresdrangen die Russen ein. Vergeblich eilte die Artilleriereserve von28 Geschützen, bedient durch die Schüler der Lovle pol^töctmi^ue,herbei, um das Schicksal des Kampfes zu wenden. Sie wurdegrößtenteils von russischer Kavallerie genommen. Die Franzosenwichen auf die zwischen Belleville und der Stadt gelegenen Höhenzurück.
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