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Geiste beseelt seien; nie werde es den Preußen gelingen, die Stadtzu nehmen. Doch Blücher ließ sich nicht abschrecken; er wies alleWaffenstillstandsanträge zurück und beeilte nur seinen Marsch. EinVersuch, sich der Person Napoleons zu bemächtigen, schlug fehl.Am 29. Juni trafen Bülow und Zielen, sowie hinter ihnen Thiel-mann bereits vor der Nordfront der Hauptstadt ein, gerade alsGrouchy diese auf der Ostseite erreicht hatte. Wellingtons Armeestand um zwei Tagemärsche zurück. Der Herzog war in bezugauf den Angriff von Paris bedenklich geworden. Die Russen be-fanden sich noch in der Pfalz , die Österreicher und Württembergerim Elsaß und in der Schweiz, die über die Saar vorgegangenenBayern bei Nancy.
Nur der Kronprinz von Württemberg war beim Vormarschnach Frankreich hinein zu nennenswerten Gefechten gekommen. Ersollte mit dem 3. österreichisch-württembergischen Korps die Ver-bindung zwischen Wrede und der Hauptarmee aufrecht erhalten,die den Rhein bei Basel und Rheinfelden überschritt. Auf dieNachricht vom Siege bei Belle-Alliance ging auch er am 23. Junibei Germersheim über den Rhein und wendete sich gegen das imElsaß stehende Korps Rapp, das sich auf Straßburg stützte. BeiSurburg am Nordrande des Waldes von Hagenau warf er zu-nächst eine französische Vorhut am 26. nach glücklichem Gefechtezurück. Dann stellte sich ihm Rapp selbst mit seinem Hauptkorpsauf den Höhen nördlich und nordwestlich Straßburgs bei Suffel-weihersheim, Nieder- und Oberhausbergen, auf denen heutedie Vorwerke der neuen Festung liegen, zum Kampfe. Nach leb-haftem Widerstande wurde er durch den Kronprinzen von dort am28. Juni unter die Kanonen der Festung zurückgeworfen, unterderen Schutz er nunmehr verblieb. 2 Adler und 5 Geschütze warenin die Hand der Verbündeten gefallen. Diese bezahlten ihren Siegjedoch mit einem Verlust von 1300 Toten und Verwundeten.Lecourbe war vor dem Einmarsch der Hauptarmee nach Belfort ,Suchet an die Rhüne, Brune vor den Sardiniern nach Toulon zurückgewichen. An den Pyrenäen hatten sich die dort aufgestelltenTruppen nicht gerührt. Sie standen einander gegenüber wie beimBeginn des Krieges.