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England und Deutschland / G. von Schulze-Gaevernitz
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in der Hand, könne man Konstantinopel an Rußland preis-geben. Man schwärmt für eine englisch-französisch-russischeTripelallianz. Altangesehene Zeitungen, wie die Times unddie Daily Mail, neue und zu diesem Zwecke begründete wieMr. Garvins Gbserver machen es sich zur Ausgabe, dieöffentliche Meinung ihres Landes gegen Deutschland zuer-ziehen" : Was das Spanien Philipps II., das Frankreich Ludwigs XIV. und Napoleons, sei heute Deutschland : derGegner.

Zurückhaltender sind die verantwortlichen Staats-männer. Immerhin sprach ein hoher Admiralitätsbeamter,Herr Lee, von der Vernichtung einer feindlichen Flottenoch vor dem Bekanntwerden der Kriegserklärung. Einhochangesehener Staatsmann wie Lord Cromer bekämpftedie Altersversicherung der Arbeiter: alle verfügbaren Mittelseien für nahe Kriegszwecke zusammenzuhalten. Lord Charles Leresord begrüßte bereits den Tag, an dem eng-lische und französische Luftschiffe Seite an Seite Kämpfenwürden. Wer als Gegner gedacht war, konnte nicht zweifel-haft sein.

Solche Stimmen mögen die Gefühle nur eines kleinenBruchteils der britischen Nation zum Ausdruck bringen.Die Gefahr für uns liegt darin, daß sie ein Stück tat-sächlicher Durchführbarkeit enthalten. Darum ihre ver-führerische Werbekraft jenseits des Kanals. Der Brite hatin nahezu zweihundertjährigem Kriege das Szepter derWeltherrschaft errungen- wird er es ohne Schwertstreichniederlegen, wenn er sieht, daß es im Frieden seinen Händenallmählich aber sicher entgleitet? Nicht tadeln wollen wirden britischen Vetter ob seiner Mannhaftigkeit,- aber wirhaben Anlaß, ihr Beachtung zu schenken.

In der Tat, wir haben ihr Beachtung zu schenken:denn Hand in Hand mit den angeführten Aeußerungen,die sich leicht vermehren ließen, ging die Zusammenfassung