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ander berühren, so berühren sich auch in unserer Stadt dieallgemeinen politischen Gegensätze auf das Grellste.
Wir wissen, in welcher Weise mit seiner Macht, mitseiner Verwaltung, mit seiner ganzen Organisation derNordbnnd bereits bei uns eingezogen ist, während ans an-derer Seite nirgends stärker als bei uns das dynastischeInteresse sich breit macht und dem Ausbau des norddeutschenBundes Widerstand leistet. (Zustimmung.)
Sie wissen, meine Herren, in welcher Weise in unsererBürgerschaft die Meinuugeu für und gegen die eine oderandere deutsche Macht, für und gegen die eine oder andereder herrschenden politischen Richtungen schroff und lebhaft«inander gegenübergestellt sind. Wenn je also es einenKampfplatz gab, auf dem es von Interesse, ans dem es iinhöchsten Grade wichtig war, wie die Würfel fallen würden,so ist es in unserer Stadt, und deshalb sind die Angenvon ganz Deutschland auf uns in dem Augenblicke gerichtet,wo wir zur Wahlurne schreiten sollen. Nun werden Siewohl fühlen, welche Last aus meinen Schultern ruht indem Augenblicke, wo ich hierher trete und die Ausgabe über-nehme, im Namen einer Partei, deren Mitglieder in sogroßer Zahl unsere achtbarsten Stadtgenossen sind, Prin-zipien zu vertreten, welche wir für die heilsamsten haltenuud unter deren Geltung wir zum Siege zu kommen hoffen.Lägeu die Diuge so, meiue Herren, wie sie in anderenLändern liegen, wo die Gestaltung einer Nation nicht Gegen-stand einer Frage ist, wo niemand Zweifel aufstellt, ob vorallen Dingen eine Nation zusammengehören solle, uud wodeshalb nur Fragen des inneren Wohles uud der FreiheitZu lösen sind, so wäre meiue Aufgabe heute eine einfache;ich hätte Sie von dem Zoll-Parlament und seiner eigentüm-lichen Aufgabe mit Ausführlichkeit zu unterhalten, ich hättevor allen Dingen die Grundsätze auseinander zu legen, die
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