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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
Entstehung
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Wir haben die Aufgabe, unsere Sache in solcher um-ständlichen Weise zu verteidigen, es ist daher nicht vhneSchwierigkeit Ihnen unseren Standpunkt erschöpfend aus-einander zu setzeu. Ja, ich bin in großer Verlegenheit,wenn ich es unternehme, dein Gegner in seinen Wider-sprüchen zu folgen. Der entwindet sich, und entriuut mir,wo auch immer ich ihn zn soffen fuche. Ich nehme das,was er als die Gesamtheit seiner Überzeugung, als seinenWahlaufruf, als sein Programm aufgestellt hat und sucheihn irgendwo zn fassen. Aber alles ist voll von Wider-sprüchen, in einer Zeile immer das Gegenteil von dem,was er in der vomnsgehenden zugestanden. Er beginntdamit, daß er mit freudigem Ausruf davon spricht, daßnun endlich mit direktem allgemeinen Wahlrechte eine großedeutsche Bersnmmluug berufen werde, und er endigt damit,daß er dieselbe Versammlung als unzureichend, ungenügendund verwerflich in den härtesten Ausdrücken von sich stößt.Er beginnt damit, daß er beklagt, daß wir in diesem Zoll-Parlament so sehr beengt seien in unserem Berns und un-serer Thätigkeit und schließt damit, daß er sich dagegenverwahrt, irgendwie dafür anfzutreten, daß diese Thätigkeiterweitert werde. Er legt eiu außerordentliches Gewichtdarauf, daß die Steuern verweigert werdeu und er willnicht, daß wir vou Politik sprechen, als wenn Steuer-verweigerung nicht der wichtigste aller politischen Akte wäre!

Ja, meine Mitbürger, wenn ich in diesem Programmegelesen hätte, die Abgeordneten sollen nur Steuern vondieser oder jener bestimmten Natur gewähren oder ver-weigern, sie sollen sich für die eine oder andere, direkteoder indirekte Steuern, erklären, nur über die Natur derSteuer und nicht über Fragen, ob Ausgaben gemacht wer-den oder nicht, so müßte zugegeben werden, die Herrensind konsequent, wenn sie nicht politische Gebiete berühren,