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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
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schreibeil von Bedingungen, dieser politische Kompromis,den die Herren jetzt noch versechten wollen, gehört bereitsder Geschichte an; denn wenn Sie mit einiger Aufmerk-samkeit dem Gang der Dinge des ersten deutschen kon-stituierenden Reichstages gefolgt sind, so wissen Sie auch,daß zwischen den freisinnigen Parteien des Reichstages unddem Bundeskanzler-Amt über viele Abänderungen ver-handelt worden ist, welche zum größten Teile angenommenwurden. Man hat damals über die Bedingungen ver-handelt, nnd wenn die Norddeutsche Verfassnug nicht voll-kommener ist, als sie ans der Beratung des allgemeinenReichstages hervorging, so ist sie es, nachdem das Möglichean Bedingungen erreicht worden, was unter den gegebenendringenden Umständen erreichbar war, da einmal das frei-heitliche Element merken Sie wohl der Zahl nachnicht das stärkere war. Diese Bedingungen sind geschlossennnd es ist nicht daran zu denken, neue Bedinguugen zustellen. Also auch dieser Vorwurs ist ganz uichtig und alsunüberlegt zu erklären.

Ich muß noch ein Anderes als einen entschieden banalen,leeren und eitlen Vorwurf abweisen, nnd das ist, daß dieseHerren unsere Partei anklagen, sie begnüge sich mit Phrasen.Wenn je irgend jemand glaubte, den Spieß umkehren zukönnen, nm seine eigene Schwäche zn decken, so geschieht esgerade hier von Seiten unserer Gegner. Ich habe es be-reits gesagt, wir begnügen uns mit der Mühseligkeit, nachgegebenen Umständen überall zu sehen, wie wir die Inter-essen des Volkes und der Freiheit verteidigen können mitden Mitteln, die uns gegeben sind, uns langsam aber sichervoranzuhelfen. Wir sind gezwungen, Paragraph für Para-graph in der deutschen Verfassung zu diskutieren und solange zu arbeiten, bis wir den einen oder den anderenändern können. Jene aber, wie aus deren Programm zu