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Volks in ihrer Mehrheit kein anderes Wort anzuwendenfanden, als etwa dieses:
„Ich aber legte die Hand auf den Mund undschwieg."*)
Am Tag nach der Eröffnung war dann das großekönigliche Baukett. Es war das erstemal in meinem Leben,daß mich ein König zu Tisch geladen hatte, und es kammir recht spanisch vor. Ich frug mich, ob ich meinen gutenGrundsätzen nichts vergäbe, wenn ich mich so vertraulichmit allerhöchsten Personen einließe, aber ich antwortete mirnach einiger Ueberlegung, daß der Mensch des neunzehntenJahrhunderts zunächst vorurteilsfrei sein müsse und auchbei gekrönten Häuptern davon keine Ausnahmen machendürfe. Auch hatten mir meine Freunde, Löwe und Dnncker,welche bekanntlich zur preußischen Fortschrittspartei ge-hören und mit der Gegenwart unzufriedener sind, als unserEiner, versichert, daß sie uubedeuklich zu Tische kommenwürden. Da dachte ich, wenn das grüne Holz hingeht,darf das dürre doch gewiß hingehen. Und so zog ich mireine weiße Halsbinde an und ging oder vielmehr ich fnhr,denn obgleich ich nur zwei Schritt vom Schloß wohnte,so mußte ich mir doch, da es mit Eimern vom Himmelherabgoß, im letzten Augenblicke schnell eine Droschke nehme».Aber das half mir wenig. Sobald nur mein Kutscher sichiu der Nähe des Schlosses befand, ward er von zn PferdeWacht haltenden Äonstableru von rechts und links hin undher kommandiert, herüber und hinüber besohlen, gescholtenund kujoniert, daß ich mit dem armen Kerl das innigsteMitleid empfand. Während die Herren in den blauen
*) Diese Anspielung bezieht sich auf den im folgenden Briefebesprochenen Beschluß des Zoll-Parlaments, der eine Antmortsadrcsseauf die königliche Botschaft ablehnte.