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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
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Uniformen nnd den Pickelhauben nämlich sv gvttessämmer-lich mit meinem Fünfsilbergrvschensuhrwerk umgingen, machtensie den großen Karassen Miss emsigste breite Bahn, nndals wir nnn gar an den Schloßhos kamen, da harrte meinererst die wahre Beschämnng. Da hies; es: Fiakers kommenin diesen Hof nicht hinein! halte der Herr hübsch still nndsteige ans! Und so mußte ich armer Schwarten hals meintätschle,» verlassen nnd nnter strömendem Regen qnerdurch den großen Schloßhof ohne Regenschirm (weil ich dasInstrument nie besaß und ein noch thörichteres Porurteilgegen es besitze als gegen das Königtum) hinüber, die-weilen die stolzen Eanipagen mir hohnlachend an der Nasevorbei bis znm Eingangszelt sichre». Es geschieht dirschou ganz recht, sagte ich mir, daß du au dein Plebejer-tum hier gemahnt wirst, es geschieht aber anch dem Königrecht, wenn ich mit nassen Kleidern zu seinem Feste komme,warum schafft er diesen Unterschied nicht ab? Seitdem dasallgemeine Stimmrecht eingeführt ist, sollte zwischen einemDroschkengaul und einem englisch 'en Vollblut nicht mehrgesetzlicher Unterschied bestehen, , als zwischen einemStandesherrn nnd einem Sackträger. Tarin ist es dochin Paris , wo allerdings manch andres um sv schlechter ist,besser, denn iu die Tuilerieu fährt der lumpige Fiaterebenso srech hinein als die stolzeste Karosse. Freilich istanch mal einer in einem Fiaker aus den Tuilerien Hinans-gefahren und zwar der König Ludwig Philipp im Jahre1848, das haben mvhl die Schildwacheu nvch in heilsamemAngedenken. Ich will Ihnen nnn das Fest nicht weiterbeschreiben, denn das liefert jede illustrierte Zeitung. Manhatte mich ohne Zweifel znr Beförderung der Versöhn-lichkeit nnter allen Parteien zwischen einen der eifrigstenReaktionäre, den ehemaligen Iustizminister Grafen zurLippe , »ud einen der verbissensten Schwaben aus Schwaben-