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kam war denn auch mein Eifer angestachelt. So geschah's,das; ich auch meinen Senf zum Adreszentwurf geben znmüssen vermeinte. Wie ich den aber im Schoße der Par-tei-Genossenschaft vorlas, den man gemeinhin die „Fraktion"nennt, merkte ich an allerhand langen Gesichtern, das; ichmit etwas nnwissentlich mnszte angestoßen haben, und das;ich nicht den Gedanken der großen Mehrheit getroffen hatte.
Raten werden Sie's aber schwerlich, nach melcherZüchtung hin ich nber's Ziel Hinansgeschossen hatte, um soweniger, als der mißfällige Gedanke mir ans Ihrer allerHerzen mit aus den Weg gegeben worden war. Ich hattemich nämlich mit erheblicher Breite und Wärme dahin aus-gesprochen, das; zwar unter den obwaltenden Umständenein schlagsertiger und Sicherheit verbürgender Heeresstandfür Deutschland unentbehrlich, daß es aber doch die Auf-gabe unserer Nation mie aller Nationen fei, dahin zustreben, das; im Einverständnis mit den anderen Groß-staaten der Gedanke einer Entwaffnung nicht als eine leereTräumerei vvu der Hand gewiesen bleibe. Dies war eshauptsächlich, was beinahe allen meinen Gesinnungsgenossenin meinem Projekt anssiel. Sie müsse» daraus nichtschließen, daß etwa unter den Liberalen in Berlin mehrÄriegslnst herrsche als bei nns, oder daß dieselben vor derStaatsgewalt einen friedliebenden Gedanken auszusprechensich scheuen. Der Unterschied zwischen der Ideensvlge desNordens und der uusrigeu beruht nur darin, daß manhier dem gegenwärtigen Frieden viel weniger traut alsauderwärts. Man betrachtet unsere Nachbar» »nt sehrmißtrauischen Augen, »nd vhue der Masse des französischemBvlkeS Unrecht thuu zu wolle», glailbt mau es iu denHänden ei»er Negieriing, vor deren Äriegsgelüsten mansich weniger sichern könne, indem ma» sich »nt ihr i»poetische Friede»Sst»die» einlasse, als indem man ihr eine