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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
Entstehung
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berg und Bayern hätten bis auf den gestrigen Tag sowenig die Existenz und Beschaffenheit der Nord- nnd Ost-seeküsten geahnt, daß der leibhafte Anblick dieser Gestadeihnen auf einmal die Schuppen von den Augen lösenwerde? Nach Ihrem Entzücken über die Erfindung dieserPromenade zn schließen, deuten Sie sich nnter Ihren süd-deutschen Brüdern so eine Art siamesischer oder beduinischerAbgesandter, wie sie Louis Napoleon zuweilen zwischen denHerrlichkeiten von Paris herumführen läßt, damit sie, über-wältigt von den Wundern dieser Zivilisation, zu Bodensinken und den großen Sultan dieses mächtigen Reichsnm seinen Schutz auflehen. Allerdings hat man uns wiedereinmal so viel vvn denStämmen" Deutschlands unter-halten, daß nichts natürlicher erscheint, als die Abgesandtenseiner einzelne» Hvrden auch als Häuptlinge zu betrachten.Aber ich kann Sie versichern: selbst die Herren Bissing,Sepp und Lukas <für die ich keiner Schwärmerei ver-dächtig bin) wird mau nicht, auch durch die reichlichste Be-scheukung mit Feuerwasser und Glasperlen, aus die Längean sich fesfelu. Darnm müßigen Sie Ihre Bewundernngbei Gelegenheit dieser Ihnen so genial erscheinenden Reise-kvmbination. Es war allerdings ein sehr gelungener Aus-flug, aber Sie werden doch besser thun, daraus uicht einenEckstein zur deutscheu Einheit oder zu Bismarcks Unsterb-lichkeit zn machen. Zufällig bin ich in der Lage, überden Ursprung der luminvseu Idee ganz authentische Aus-schlüsse gebeu zu köuueu. Ich stand gerade, bei dem Festein der Berliner Börse , nach eingenommenem feierlichenFrühstücke, neben Herrn Banquier Abel, als dieser auf denbetreffenden Gedanken verfiel. Ihn aussprechen, Beifallfinden, zu mehreren Kollegen eilen, darauf Admiral Jach-mauu um sein Gutachten angehen, war das Werk wenigerMinuten. Übertragen Sie also in Zukunft den Snper-