— 107 —
lativ Ihrer Anbetung von: Hanpte des Reichskanzlers aufdas des Herrn Bankier Abel, wenn anders Sie denhohenzollern 'fchen Wahlspruch sunna euiqns mit preußischerGewissenhaftigkeit üben wollen. Unter dem Siegel desGeheimnisses will ich Ihnen jedoch anvertrauen, wer nachmeiner wohlbegründetcn Unterstellung hinter Herrn Abelund seinen Kollegen stak. Es waren — so unwahrschein-lich Ihnen dies bei Ihrer Unkenntnis der diplomatischenKünste scheinen mag — französische Agenten, welche dieerste Anregung zu dieser deutsch -patriotischen Aktion gaben.Ich habe mit eignen Augen beobachtet, wie während desganzen Festes sämtliche Herren der Kaufmannschaft sichaufs eifrigste mit diesen Franzosen unterhielten, unterdenen ich sogar eiue verkleidete Dame erkannte. Ich kannIhnen ja unter nns die Namen nennen: Veuve Cliqnot,Moet , Chandvn, Noederer, St. Perey und noch drei odervier solch liebenswürdiger Spitzbuben. Sehen Sie, Ver-ehrtester, so wird Geschichte gemacht."
Dies war mein Gespräch mit einigen westphälischenHochtories. Ihnen, meine Herren nnd Wähler, hatte ichim vorausgehenden Briefe versprochen, ein Ausführlichesüber die küuftlicheu Unterscheidungen zwischen Nord undSüd zu berichten, wie sie bei nnd seit der Adrcßdebattczum Vorschein kamen. Obwohl nur auch heute eigentlichdies Thema behandelt haben, so will ich mich damit nichtvon der übernommenen Arbeit losgekauft haben. Es mnßteaber erst der Feststimmung der letzten Tage ihr unwider-stehliches Recht zu teil werden. Wollte ich immer beimWort gehalten sein, würde ich Ihnen nicht „vertraulich"schreibe». Aber das nüchstemal, nicht wahr? wollen wirfleißig sein.
Ihr ergebenster