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tnnft des Zoll-Parlaments zu werden. Als es sich nämlichdarum handelte, zu bestimmen, ob zuerst über die Tarif-reform oder über die Tabaksteuer zu beraten sei, schien esnicht anders logisch denkbar, als daß der Taris vorangehe,weil nur die Ermäßigung der Eingangszölle auf nützlicheGegenstände den Entschluß begründen konnte, die Abgabeauf einen bloßen Genuß zu legen.
Auch hatte das Präsidium des Parlaments diese Ord-nung vorgeschlagen, da erhebt sich Herr von Vincke, derbekannte Führer der sogenannten Altliberalen, setzt klarauseinander, wie vernünftiger Weise der Taris znerst be-handelt werden müßte, nnd schließt auf einmal damit, daßer daS Gegenteil empfiehlt, weil — sagt er — die Mehr-heit der „Herren ans dem Süden" die umgekehrte, d. h.die verkehrte Ordnung vorzöge (nnd das in ihrem Sinnganz mit Recht, da sie prinzipiell für Schutzzölle uud gcgeuTabaksteuer siud). So ward denn auch beschlossen. Hättendie Nationalliberalen damals starr an ihrem vorgesetztenProgramm festgehalten, so würden sie, in der Ungewißheitüber das erst hinterher zn entscheidende Schicksal der Tarif-reform, den Vorschlag der Regierung bezüglich des Tabakshaben mit Stnmps und Stiel verwerfen müssen; und eSwäre daraus ohne Zweifel ein Zerwürfnis entstanden,welches, zusammentreffend mit der an sich unvermeidlichenAblehnung der Petroleumsteuer, das Zoll-Parlament zu nichtsanderem gestempelt hätte, als zn einem Tummelplatz un-fruchtbaren Haders. Die nationalliberale Partei war ein-sichtsvoll genug, hier Selbstverleugnung zu üben, indemsie, trotz dem umgestürzten Geschäftsgang, von der Tabak-steuer das zunächst annehmbare guthieß. Sie rettete da-mit, es ist nach sorgfältigem Einblick in den Zusammen-hang der Dinge nicht zn viel gesagt, für diesmal dieExistenz des Zoll-Parlaments. Das zeigte sich auch au den