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gemeinen Erfordernisse der LandeSwohlfahrt. Und dasalles hätte uns schließlich mit der merkwürdigen Entdeckungüberraschen können, daß es ebenso wohl gethan, aber vieleinfacher wäre, die deutschen Angelegenheiten überhaupteinem deutschen Parlamente, als nndnrchführbarerweise dieZoll-Angelegenheiten einem bloßen Zoll-Parlament zn über-tragen.
Die lähmende Wirkung dieser widernatürlichen Trennungder Geschäfte erstreckte sich denn auch alsbald über die erstenBewegnngsversnche. Mußte uicht vor allem sofort überdas Parlament das Gefühl der Verantwortlichkeit komme»,daß jeder bewilligte Zoll ein bewilligtes Geld sei, und daßman gcwissenhasterweise nicht Geld bewilligen könne, ohnezu fragen, ob es auch im Interesse des gemeinsamen Wohlsnotwendig? Was aber heißt: notwendig? Dem erscheintunentbehrlich, daß man Kasernen baue, der Andere willKirchen, der Dritte Zuchthäuser, der Vierte Akademieen undein Fünfter gar nichts von allem dem, sondern vielleichtNativnalwerkstätten. Da sitze» Nur mit einemmale mitte»in de» schwierigste» Meiischheitsfrage», während wir dochnur berufen waren, über 15 Silbergroschen auf Erdöl nach-zudenken!
Die Staatsmänner a»f der Negieru»gsbank hatten sichnu» ei» Systemweseu ausgeklügelt, welches über alle dieseVerlegenheiten hinaushelfeu sollte. Sie wollte» nämlichmit den: Parlament mir Zug um Zug handeln, für jedenerlassenen Groschen alter Steuern sollten genan zwölfPfennige neuer Steuern ausbeduugcu werden, alles bar be-richtigt wie zwischen Händler» ans dem Jahrmarkt, dieeinander nicht über den Weg traue». Aber wer siehtnicht ein, wie undurchführbar ein solcher Grundsatz ist; wie»»möglich es ist, die Tragweite jeder Zahleuveränderuugim Gebiet des »nberecheiibare» Verkehrs mit mathematischer