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Die aktive wie die passive Teilnahme muß ermatten. Auchist es unnatürlich, daß die Gesetzgebnngsmaschine in einemLande während nenn Monate jedes Jahr hindurch arbeiteuud auf der einen Seite immer mehr unübersehbares Ma-terial aufhäufe, während für andere Aufgaben im Staatkeine Zeit übrig bleibt. Dabei haben wir nicht einmal denTrost, wie z. B. einst der französische Konvent, am großenWendepunkt einer großen Staats- nnd Nationalepoche zustehen und eine Grundlage für Jahrhunderte zn schassen.Alle Parteien sind darüber einig, daß wir uns mitten inder Vergänglichkeit eines Provisoriums befinde». Jederlegt sich die Zukunft auf seine Weise zurecht, aber jederfühlt und fagt, daß die heutige Ordnung der Dinge nureinen Sinn habe als Übergangsstadium in eine künftigegesundere uud festere Gestaltung der Dinge.
Aber wenn ausgemacht scheint, daß das Zoll-Parlamentin seiner heutigen Form und Begrenzung nicht als etwasBleibendes gedacht werden kann, so drängt sich uns damitauch die Frage auf, was wir dazu thuu kvnueu, um diemitwirkenden Kräfte in die heilsamste Richtung zu leiteu.Außerordentlich viel Scharfsinn und Wissen siud iu parla-mentarischen Kreisen bereits auf die Untersuchung dieserFrage verwendet worden, bei der es zunächst gilt, zu ent-scheiden: ob es ratsamer sei, die Machtsphäre des Zoll-vereins auf eine höhere Stufe zu erheben, oder aber dasGebiet des norddeutschen Buudes iu die Breite auszu-dehnen; mit andern Worten, ob mehr Aussicht sei, dasdeutsche Parlament dem Boden des Zoll-Parlaments oderdem Boden des Reichstages abzugewinnen? Während dernorddeutsche Bund die wichtigen Vorzüge einer höher uudnatürlicher ausgebildeten Organisation darbietet, lockt derZollverein durch die räumliche Vollständigkeit seiner Grund-lage. Sie werden es mir aus leicht zn erratenden Ursachen