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hinter den Schlagbäumen der Landesväter wohnten inParadiesen, welche sich von dem Eden Adam's dadurchunterschieden, daß in ihnen alles verboten war, nur nichtdas Äpfel- oder vielmehr das Erdäpfelesfen. Im Gegen-satz zu der himmlischen steht die Höllenlangeweile, an derwir dermalen laborieren. Sie wissen ja, da werden Steinebergan gewälzt, die immer wieder zu Thale rollen, Siebegefüllt, die keinen Inhalt leiden, da schnappen lechzendeLippen nach dem ewig kommenden und ewig fliehendenWasser, mit welchem die armen Heiden vor der Erfindungder Vierstener ihren Durst zu löschen sich benügen mußten.Die Arbeiten deutscher Gesetzgeber gemahnen einigermaßenan jene Beschäftigungen der Sisyphns und Tantalus .Dabei hat unser Publikum, im Süden wenigstens, nichteinmal die Geduld des Zuschauens. Ich bin gewiß, diemeisten von Ihnen sind nicht dem fleißigen Schaffen desBerliner Reichstags gefolgt. Ihr lebhaftes Bedürfnis nachgroßen vaterländischen Erlebnissen raubt Ihnen die Ruhe,jeuer Ameiscnthätigkeit zu folgen, mit welcher die Ab-geordneten des Nordens Halm für Halm zum Ban desdeutschen Staates tragen, in den doch auch Sie früheroder später ciuzutreten berufen sind; also auch für Sieund Ihre Kinder geschieht diese Arbeit. Sie sollten sichdaran gewöhnen, diese Dinge schon jetzt als die Ihrigen zubetrachten. Wie lange soll denn noch ein Stück Südhessenbestehen, dessen Kammern vom Norddeutschen Parlament inoonwnmeiÄin verurteilt werden, alle da erlassenen Gesetzezn ratifizieren? Und wie bald wäre den Herreil dasHandwerk gelegt, welche vom Schimpfen auf die Nationenleben, wenn es Ihnen gelänge, den Arbeiten des Nord-deutschen Parlaments die richtige Aufmerksamkeit zuwidmen. Wie würde es zur unanfechtbaren Wahrheitwerden für alle, die sehen können, daß unsere Gesinnungs-