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bcwachung und Durchsuchung nicht los, welche in so krassemWiderspruch steht zu dem freien und raschen Verkehr, demeigentlichen Lebensprinzip der Gegenwart. Das Ideal,wenn das Wort doch einmal nicht zu schön sein soll fürdas gemeine Geldbedürfnis, das Ideal der Staatsverwaltungmuß vielmehr die reine direkte Abgabe sein. Und derrichtige Weg für das Zoll-Parlament wäre nicht: Steuernentbehrlich zu machen und Zölle auf die notwendigstenBedürfnisse dafür einzuführen, sondern umgekehrt, alleLcbcnsmittel zu entlasteu uud ersatzweise dafür Vermögens-steuern umzulegen. Als ich im Zoll-Parlament den Satzaufsprach, daß die Reichen zu den Staatslasten nicht inentsprechendem Verhältnis beitrügen, erhob sich vou derrechtcu Seite lautes Murren. Daran siud wir gewöhnt.Die Herren liebäugeln vielleicht unter Umständen mit denunausführbaren Thorheiten der Lasfalleaner, aber billigeGrundsätze ausführbarer Stcuervcrteiluug erklären sie fürdie Ausgeburten überspannter Köpfe. Dennoch ist die Re-form des Stenerwesens der erste vernünftige und möglicheSchritt gegenüber all dem sozialistischen Wolkendnnst, dersich jetzt so rasch über Deutschlands Indnstricbezirke aus-spreitet. Dies wilde Aufwucheru kommunistischer Lehrenist das natürliche Erzeugnis einer großen Politischen Un-reife in ihrer Vergattnug mit dem allgemeinen Stimmrecht.Jeder Abenteurer, Reuommift, Phantast findet ein dankbaresPublikum für die goldeueu Berge, die er verspricht, fürdie bittereu Klagen, so er gegen die unerbittliche Wirklich-keit losläßt. Das mnß durchgemacht sein. Da wir vielHang znm Tränmcn nnd wenig Talent für die Politikhaben, so finden die sozialen Propheten einen mächtigerenAnhang, als irgend in einem andern Lande. In Frank-reich ist diesmal schließlich trotz dem allgemeinen Stimm-recht nur ein einziger Sozialift, - Raspail, gewählt worden,