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sofern Sie einen Mcmn, der vier Millionen Franken reichist, sür einen aufrichtigen und vollen Sozialisten haltenwollen. Wir dagegen haben im Reichstag beinahe dasDutzend voll und werden bei der nächsten Wahl nochmehrere dazu gewinneu. Das schadet gar nicht. ImGegenteil. Die einzige Art, alle sozialistische Wnnderheil-kunst zum Schweigen zu bringen, besteht darin, ihr vorversammelter Nation das Wort zn geben. Uns aber wirddie Herstellung eines gerechten Finanzwesens unmöglichbleiben, so lange die große Wirtschaft der Nation in einembabylonischen Wirrwarr von Landtagen und Parlamentenbetrieben wird. Niemals werden wir dabei zur Klarheitgelangen. Das Geld ist schlau uud mächtig. Kein Wunder,daß es versteht durchzuschlüpfeu. Auch gilt es nicht, ihmmit Kniffen nnd Listen beizukommen. Der Reichtum mußerzogen werden zum Pflichtgefühl und zur Einsicht in dieNotwendigkeit seiner vollen Mitwirkung aus bloßem Selbst-erhaltungstrieb. Dazu sind die großen Volksvertretungenbestimmt, in welchen jede Klage und jede Verteidigung vorden Assisen der versammelten Nation zur Sprache kommt.Würdige Staatszustände werden einsichtsvolle Bürger heran-bilden. Mit Leistungen uud nicht mit Phrasen wird manalsdann bezahlen müssen. Die Einkommensteuer ist, weuigekleine Republiken abgerechnet, eine Schöpfung dieses Jahr-hunderts. Natürlich suchen die zuerst damit Bedrohten, ihrRecht nach dem Besitzstand auffassend, die Zumutnng ab-zuwehren. In Frankreich ist das Prinzip selbst noch nichtdurchgedrnngen, in Preußen hat es laugsam und mühevollEingang gefunden. In der Veröffentlichung des preußischenstatistischen Bureaus aus dem Jahre 18K8 siuden wir einegeschichtliche Übersicht der Einkommenstener, welche wieder-holt zu der Schlußfolgerung gelangt, daß die wohlhabenderenKlassen einen bedauerlichen Widerstand leisteten, während