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deutscht, auf groß Folio abgedruckt und mit einem zier-lichen Arabeskenrand ehreud umzogen. Soll das etwa be-deute», ich frage Sie, daß wir andern an diesem politischenBlumeuspiel uns mögen ein Beispiel nehmen? Ich zweiflenicht, Don Emilio Castelar ist ein wackerer Mann und eingewaltiger Redner, aber alles sehr nach spanischer Art;und wenn in unseren Kammern oder Parlamenten, oderauch in England, Belgien oder der Schweiz jemand einesolche Rede halten wollte, er würde, ich will aus Höflichkeitgegen deu edelsinnigen Spanier gar nicht sagen welch' einSchicksal erleiden. Denken Sie sich einmal, eS träte vorden 380 Mitgliedern des Zoll-Parlaments, welche ja dasdeutsche Volk selbst aus seinem Schoße zwanglos gewählthat, und die es als sein Blut und Fleisch ehren muß,denken Sie, es träte vor denen ein Redner ans nnd sprächewie folgt:
„Ich glaube, daß in dem Blute der Hunde viele Elementeganz gleich denjenigen sind, aus welchen das unsrige besteht. Ichhöre Herrn Moreno Nieta, der gleich mir zu den Spiritnalistengehört, sagen, daß der Unterschied zwischen dem Menschen unddein Hunde einer der Wesenheit ist, nämlich der Vernunft. Ichweiß nicht, ob, wie nach Platv, der Geist sich den Organismusgesucht, oder, wie nach Hegel , der Geist gleichzeitig mit der mensch-lichen Form in der Welt erschien; ich weiß nur, daß mein Gehirn,rund wie die Wölbung des Himmels, Raum für jene Weltenhat. die man Ideen nennt. Und nun, meine Herren, sowie derMensch seine eigentümliche Form hat, die des menschlichen Geistes,so hat auch die Demokratie ihre eigene Fonu, und die ist dieRepublik !"
Und nun denken Sie sich diesen Tvn nnd Schwungans vier breiten Spalten, jede von 140 Zeilen, durch-geführt, und erlauben Sie mir die Frage, ob nicht viel-leicht der Extra-Abdruck aus dem „Frankfurter Journal",Verlag von Heinrich Keller und Druck von Reinhold Baift,