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litische Existenz im Verhältnisse znin Vatcrlande zn gestaltenvermeinten; dagegen in allen Stücken Verkettung mit Bundes-genossen, die unter ihren Augen sich zum Untergänge be-reiten. Wie doch heißen ihre Stützpunkte? Österreich .Rom, die europäische Revolution. So viel Worte, soviel Hoffnungslosigkeit! Es ist, als ob selbst die Ironiedes Zufalls sich dreiu mischte, in unerwartet rascher Auf-einanderfolge die Geister in's nichts zurückzuscheuchen, ausderen Allianz die Widersacher des Norddeutschen Reichesihre Macht gebaut hatten. Kaum drei Jahre siud hin-gegangen, und was alles haben wir erlebt an diesen Hanpt-verbündeten unserer Gegner, an ihrem dreifachen Hort undHeil!
Rom , wer wüßte es nicht, ist aus Abwege gerate»,welche ihm seine heftigsten Gegner nicht zugetraut hätten.Seine Verblendung im Kampfe mit der fortschreitendenMenschheit geht ins Unerklärliche. Der persische König,welcher das Meer peitschen ließ, um deu Elementen Ge-horsam zu befehlen, war ein Lamm der Demut verglichenmit denen, welche die Lehre aufstellen, das Weltall sollesein Denken in die Gewalt eines einzigen Sterblichen geben.Und nun rede man noch vom preußischen Cäsarismns! DasCäsarentnm auf dem Gipfel seines Übermuts angekommen,begehrte die Göttlichkeit für deu römischen Herrscher!Caligula , der sich Statueu uud Tempel errichten undOpfer darbringen ließ, stellte mit ausdrücklichen Wortendenselben Satz auf, gegen welchen die deutschen und fran-zösischen Bischöfe auf dem Konzil vergeblich protestierten,nämlich, daß „diejenigen, welche als Herrscher über die an-deren Menschen gesetzt sind, nicht Menschen seien wie dieanderen, sondern Götter." In dem Augenblicke, da dasdeutsche Episkopat verständige Anstrengungen macht, imInteresse der katholischen Religion den Papst und seine Rat-