Staat zu seiner definitiven Gestalt kommen müsse, so istunvermeidlich auch Dentschösterreich zur unerläßlichen Bei-gabe der nächsten Erweiterung zu macheu. Die Politik, welcheden Norddeutscheu Buud gegründet und bisher geleitet hat,ist aber keineswegs die des „alles oder nichts". Sie be-gnügt sich mit dem Gewinn, den sie jedesmal greisen kann,und sie verläßt sich darauf, daß jeder Zuwachs dem Gründ-gesetz, auf dem sie beruht, neue Stärkung bringen mnß.Die größern Massen ziehen die kleinern an: daraus basiertunsere Rechnung, nnd wenn wir den deutschen Staat umzwei Fürstentümer vergrößern und den süddeutschem Rumpfum ebensoviel verkleinern, so ist wahrlich kein Anlaß da,eine schlechte Wirkung davon zu befürchten.
Es ist in gewissen Kreisen Mode geworden, die In-terpellation Lasters inbezng ausBaden als eine bedauernswerteTaktlosigkeit zn bewchklagen. Solche kitzliche Fragen, wirduns mit weiser Miene zugeflüstert, dürfe man nicht auf'sTapet bringe», ohne sich bei den höchsten Personen vorhervergewissert zn haben, daß sie auch willkommen seien. Wennder Abgeordnete Laster schweigen wollte, so konnte er dieMühe sparen, vorher bei dem Bundeskanzler anzufragen,ob er reden dürfe. Die verneinende Antwort verstaub sichja vvu selbst, und die einzige Art, den Gegenstand anzu-rühren ohne den Bundeskanzler zu kompromittieren, bestandeben darin, ihn sorgfältig aus dem Spiel zn lasfen. Esist schon ganz gut, dem Stifter des Norddeutscheu Bundesalle erdenkliche Gerechtigkeit Widersahren zu lasseu, aberseiner höheren Politik wäre nichts verderblicher als jeuenamenlose Angst, ihn einen Augenblick in üble Laune zuversetzen, als dieses fromme Gewiusel über jede Regnng,die seinem augeublicklichen Humor zn nahe tritt. Die,welche ihm manchmal mit ihrem nationalen Ungestüm in