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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
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bisher bedürfte, um seine Unternehmungen mit dem nötigenBetriebsfonds auszustatten. Wollen wir dem Auslandaber von feinem vorhandenen Besitzstand an Gegenständenmehr abnehmen, als seine eigene Verzehrungsgewohnheit er-laubt, so rufen wir natürlich eiue Reaktion hervor, welchesofort die günstigen Thatsachen wieder aufhebt, deuen wirunsere verstärkte Kaufkraft verdankten. Nehmen wir an,wir wollten die Umstände benützen, um beträchtlich mehrSchlachtvieh in England zu kaufen, als der englische Tages-konsum abzugeben imstande ist. Unmittelbare Wirkungeines solchen Versuches wäre die Preissteigerung desSchlachtviehes in England , welche den Vorteil des günstigenStandes der Valuta sofort aufhöbe. Wir mögeu daraussehen, daß nach außen wie nach innen plumpe und rapideVeränderungen des Besitzstandes trotz aller Zahlungs-formalitäten nicht durchzuführen sind. Weder dem eigenennoch dem fremden Boden können wir an neuem Materialmehr abgewinnen als die natürlich langsame Produktions-kraft der Natur- und Menschenarbeit im Lanfe der Jahrezustande bringt.

Es kommt aber noch etwas hiuzu, das die Möglichkeit,unseren neu gewonnenen Reichtum ohne weiteres in Gestaltfremder Erzeugnisse herbeizuholen, auf eiu kleines Maß be-schränkt.

Zunächst liegt diese Beschränkung in der begreuzteuMöglichkeit materieller Zufuhr. Jedes Land, das viel ver-braucht, ist vou Natur angewiesen, den größten Teil seinesBedarfs zuhause zu erzeugen. Es ist ein alter Satz, daßder Binnenhandel eines zivilisierten Landes unendlich mehrumschlägt als der Handel mit dem Auslande. Doch auchdies ist nur eine Nebenbetrachtnng.

Das Wichtigste bleibt folgendes: Wer verfügt schließlichüber die Zahlungen, welche vermöge der Kriegsentschädigung