— 239 —
sich nicht nach Belieben verkürzen läßt. Um es deutlichzu machen: auch die bloße Zahlung einer so kolossalenSnmme, wie die von 5 Milliarden, ließe sich nicht aneinem Tage selbst auf noch so symbolische Weise bewerk-stelligen. Weder Geld noch Zahlungsanweisungen lassensich so zusammendrängen, daß etwas wie die wirklicheÜbertragung eines so großen Betrages an einem Tagestattfinden könnte. Die Zirkulativns- uud KreditmittelEuropas müßten einen widernatürlichen Überfluß in sichgeborgen haben, wenn sie die Möglichkeit gewähren könnten,daß eine so ungeheure Masse aus ihrer Mitte in einem ge-gebenen Augenblick zur Verfügung eiues gegebene» Em-pfängers gestellt werde. Die daraus entstehende Entleerungallerorten wie die Überfüllung am einzelnen, bestimmtenOrte, wenn überhaupt denkbar, würde die tiefsten Störungenhervorrufen. Und was von dem einen Tag gilt, gilt auchvon jedem kurzen Zeitraum. Kurz ist in dieser Beziehungauch die Frist von etwas mehr als zwei Jahren, in welchedie successiven Verträge mit Frankreich die Operation zu-sammengedrängt haben. Es ist zu fürchten, daß auch hiereine Vergewaltigung an den disponibcln Zahlungsmittelnversucht wird; nicht minder, daß es dem Empfänger fehltan hinreichenden Kanälen, nm die künstlich konzentriertenMittel wieder rechtzeitig in ihr natürliches Bett zurückzn-leiten. Die rasche Abwicklung der Kriegsleistung enthälteinen wirtschaftlichen Fehler, der sich rächt und rächen wirdviel mehr am Gläubiger als am Schuldner. Wenn Frank-reich auf solche rasche Abwicklung drängte, so war es dazudurch Rücksichten von zwingender Macht bestimmt, wozuuoch der Umstand kam, daß es zunächst die Zahlmittel ausden entbehrlichsten Hilfsquellen, fremdem Kredit nnd freigewordenem Metall, schöpfte; hauptsächlich aber war es an-getrieben durch die höchst legitime Ungeduld uach der