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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
Entstehung
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Zentralbank, der niemand vernünftiger Weise ansinnen kann,sich mit gleichem Maße, wie die Territorialanstalten messenzu lassen. Nur dem unglücklichen Gedanken der Nivellierung,welcher aus der Abneigung gegen die Reichsbank sich vonselbst ergab, verdanken wir auch, daß die Kontingentierung,nachdem sie sich so tief in die Ökonomie des ganzen Ge-setzes eingerammelt hat, auch die Reichsbank nicht verschonenwird.

Wer weiß, wie die Dinge in der Welt zugehen, wirdsich nicht wnndern, daß der zwischen dem Reichskanzleramt,Preußen und Bayern vorher in seinen Grnndzügen festge-stellte Entwurf, versehen mit einem komplizierten Räder-,Schrauben- und Zahnwerk, an das man nicht rühren konnte,ohne die ganze Maschine wieder auseinander zu nehmen,bei den um den grünen Tisch versammelten Mitgliederndes hohen Bundesrates jeden isolierten Widerstand zer-malmte; das Referat ward klüglicherweise in bayrische Händegelegt, obgleich der damit betraute Bevollmächtigte, einMann allerdings, so ausgezeichnet an Geist und Verstand,wie an Kenntnissen im höheren Verwaltnugsfach, im Puuktdieser Aufgabe sich nicht für besonders berufen halten konnteund dafür bürgt die Geradheit und Klarheit seinesganzen Wesens sich anch gewiß nicht für besonders be-rufen angesehen hat; denn die Materie liegt seinen bis-herigen Beschäftigungen und Studien abseits.

Nicht zugegeben kann übrigens werden, daß, wie inder ursprünglichen Fassung der Motive angedeutet war,von Seiten der Verbündeten Regierungen das Verlangennach der Reichsbauk sich von vornherein zum Schweigenverdammt habe. Vielmehr ist bereits im ersten Stadiumder Verhandlungen im engern Ausschuß des Bundesratesdas Ansinnen laut geworden, daß mit der Preußischen Bank wegen ihres Überganges ans Reich in Unterhandlungen