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soll auf jede denkbare Weise verhindert werden, daß diePrivatbeteiligung einen Gewinn ziehe, der als ungebühr-lich angesehen wird. Daher soll nicht blos der Gewinnder Anteilseigner auf eine verschwindend kleine Möglichkeitjenseits mäßiger Zinsen beschränkt werden, sondern auch anSteuern aufgelegt, was aufzulegen ist.
Aber so weit mitzuthun, hatte wiederum das Zentrumkeine Lust. Zwar die Reichsbank auf möglichst schmale Kostzu setzen, wäre ihm schon recht gewesen; aber dem Reichdirekte Einnahmen aus einer Steuer zufließen lassen, welcheebensoviel der unbequemen Matrikularumlagen entbehrlichmacht, das Budget des Reichs vou dem der Einzelregierungenloslöst, das paßt uicht in diese Rechnung. Um die Auf-lage von ein Prozent auf alle ungedeckten Noten durchzu-setzen, mußten also die Agrarier sich an andere Bundes-genossen wenden.
Und sie fanden sie; wenn auch die vereinten An-strengungen schließlich nicht zum Siege führten. Sie fandenauf der Linken als teilweisen Ersatz für die Alliierten, diesie im Mittelpunkt verloren, diejenigen Nationalliberalen,welche entweder im Notenwesen überhaupt oder nur soweites sich um die Reichsbank handelte, zum Grundsatz strengerEnthaltsamkeit in Sachen künstlicher Zahlungsmittel sichbekennen. Bedenkt man, daß in diesen Reihen sich solchebefinden, welchen eine nicht mit vollem Metall gedeckteNote an sich ein Grüuel ist, und, von diesen sich stufen-weise abschattierend, eine ansehnliche und einflußreiche Schar,welche den Wegen der Geschäftswelt mit unwilligen undmißtrauischen Blicken folgt, so ist man darauf vorbereitet,daß jede Lebenserschwerung, welche der Bank bereitet wer-den sollte, hier Stützpunkte zu finden hoffen durfte. Amschärfsten trat die Konstellation aller aus den verschiedenstenHimmelsgegenden zusammenströmenden Influenzen hervor,