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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
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als es sich darum handelte, die Mitgift der Reichsbank anungedeckten Noten zu begrenzen. Alles, was aus irgendeinem Grunde der Reichsbank übel wollte, war natürlichdabei, die Grenze möglichst eng zu ziehen; dazu kam anReichsfreunden alles, was keine Noten mag, alles, was,wie die Agrarier, der Geschäftswelt abhold ist. Das ganzeHeer gruppierte sich hinter die Linie derjenigen Kombattanten,welche mit der Reichsregierung die vorgeschlagene Ziffer von25V Millionen Mark aus rein sachlichen oder theoretischenGründen für die richtige hielten. Der beträchtliche Nach-trab erkannte wohl den Vorteil, damit alle seine heterogenenBestandteile unter die Fahne der Tugend uud Enthaltsam-keit zu scharen. Diejenigen dagegen, welche, aus mindestensebenso objektiven Gründen wie die Unbefangensten ihrerGegner, etwas mehr Lebensluft für die Reichsbank ver-langten, erschienen in zweideutigem Lichte lüsterner Begehr-lichkeit nach ungerechtem Gewinn.

Die geringe Frage eines Mehr oder Weniger vonfünfzig Millionen Mark ungedeckter Reichsbanknoten ver-diente durchaus nicht die Ehre, zu eiuem Prinzipienstreiterhoben zu werden; und in der That standen Vorkämpferdes ganzen Gesetzes beinahe in allen Stücken engverbundenzusammen, die in diesem Punkt sich vorübergehend trennten.Aber gerade das war das Charakteristische an dem besonderenFall, daß über seiner Erörterung etwas von der Ungunstlaut wurde, welche der deutsche Parlamentarismus nichtzwar dem Handel, aber der Handelswclt cntgegenträgt.Man muß sich hüten, das Eigentümliche dieser Erscheinungins Schwarze zu malen, und man ist schuldig, das, wasberechtigt an ihr ist, auch zu verstehen. Gleichwohl ist zubekennen: die Angelegenheiten des Kaufmannsstandes findenauf unserem parlamentarischen Boden nicht die freie undgleiche Beurteilung, wie auf dem anderer Nationen. Es