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Zahlen selbst der parlamentarischen Vertrctnng sprechenlaut davvn, wie geringfügiger Anteil an ihr dem Kauf-mannsstande eingeräumt ist. Alles zusammen gerechnet,ehemalige uud jetzige Kaufleute, Industrielle, Landwirte,die nebenher ein Agrikulturgewcrbe betreiben, Verleger,Gastwirte n. dgl. mehr inbegriffen, weist das Verzeichnisder Reichstagsabgeordneten sechsundvierzig Personen aus,welche zu dieser Kategorie gezählt werden können: also nichtden achten Teil der Gesamtheit. Erwägt mau, daß überein Dritteil davon auf's Zentrum kommt, dessen Mitgliederstets nach einheitlicher Direktion und kirchlich Politischen Motiven stimmen, so gelangt man zu dem merkwürdigenResultat, daß die Verteidigung der Industrie- uud Handels-welt, soweit sie Sachverständigen und Fachgenossen anver-traut ist, auf etwa zwei Dutzend Köpfen ruht. Uud faßtman diejenigen in's Auge, welche in der Debatte mit derSprache herausrücken, so sind es solche, die vormals studierthaben, ursprünglich einem andern Stand angehörten underst in späteren Lebensjahren den Geschäften sich zuwandten.Denkt man an die Zeit zurück, in welcher die Hansemann,Camphausen, Beckerath ihren Platz im politischen Lebendes deutschen Volkes neben den Welcker, Gagern und Dahl-mann einnahmen, so fühlt man sich versucht zu fragen:hat der Geist des Handelsstandes, der Geist der deutschenPolitik oder das Gegenseitigkeitsverhältnis zwischen deinVolk und den Männern des kaufmännischen Berufs dieseWandlung herbeigeführt? Wie dem immer sei: die Ehrewie das Interesse der Geschäftswelt muß aus solchen Be-trachtungen die dringende Aufforderung schöpfen, sich nichtvon den Rechtsgelehrten, Fachpolitikern, Gutsbesitzern uudBeamten aus der großen Politik und der großen Volks-vertretung abdrängen zu lassen; nnd wenn die Besten desStandes ihren Sinn daraus richten wollten, die verlorenen