Bahnen der höchsten öffentlichen Ehren wieder zu finden,so würden sie damit auch einen Kompaß gewinnen, dessenZeiger ihre Barke davor bewahrte in die Stromschnellenschwindclhafter Bewegungen zu geraten. Die Art, wie jetztin unserem Parlamente von ihnen gesprochen wird, kannihnen unmöglich gleichgiltig sein, und die einzige gute Art,sich zu rächeu, besteht in der männlichen Wiedererobernngdes verlorenen Postens. Denn übel genug kommen sieweg. Zwar fehlt es nicht an Lippenbekenntnissen abstrakterHuldigung bei jedem, der sie angreift; aber alle diese ein-geschalteten Ehrenerklärungen Verhallen wirkungslos gegen-über dem wegwerfenden Gesamtton, der nicht blos voneinzelnen Rigoristen, sondern vom Durchschnitt der Redner,ja gar nicht selten von den Ministern nnd ihren Assistentenangeschlagen wird. Wie oft wurde iu der Bankdebatteausgesprochen: die Kaufleute dürfe man natürlich nichthören, denn diese möchten das Gesetz so zurecht schneiden,daß ihnen die fetten Brocken davon auf Kosten aller Klug-heit und Vorsicht zufielen! Wenn Männer wie Camp-lmusen, Michaelis, E. Richter und von Unruh (Magdeburg )dergleichen als selbstverständlich hinwerfen, so kaun mandoch nicht sagen: das sind asketische Persönlichkeiten, diedem praktischen Leben fern stehen. Und dvch enthaltendiese Aussprüche, so beiläufig eingeflochten, eigentlich diehärteste Verurteilung nicht blos gegen die Moralität, son-dern nnch gegen die Einsicht des Kaufmaunsstandes. Dennwer will behaupten, das wahre nnd bleibende Interessedesselben sei verträglich mit einem gebrechlichen, ja ver-derblichen Banksysteme? Wer will leugnen, daß einsolider und verständiger Kaufmannsstand mehr als jederandere an der Erhaltung zuverlässiger Zahlungsmittel undsester Wcrtsätze beteiligt sei? Nur wer die ganze Geschäfts-welt als eine Gesellschaft von Jobbern nnd Wechslern an-
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