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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
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sieht, kann ihr Interesse an schwankender Valuta zutrauen;und Sentenzen, wie die von obigen Rednern gefällten,lassen keine andere Wahl, als die Mehrheit der kommerziellenBevölkerung für liederlich oder verblendet, wenn nicht fürbeides zugleich, zu halten. Wer doch ließe sonst sich bei-kommen, wenn die Augelegeuheiten eines besonderen Berufsuntersucht werden, die Angehörigen desselben auszuschließen,ihren Gutachten entgegen zn halten: sie seien nur vonthörichtem Eigennutz eingegeben? Hieß man die Presseschweigen, als von der Abschaffung des Zeitungsstempelsdie Rede war? Und doch, wozu hat all das damals ver-spritzte Pathos genützt, als die Taschen der Zeitungs-verleger zu sulleu, welche dem Publikum nichts von ihremMehrgewinn, auch uur au besserem Papier oder Druck, zu-fließen lassen? Gewiß, man soll nicht die unmittelbar Be-teiligten allein hören, und gewiß, sie lassen es an einseitigenund übetriebenen Vorstellungen nicht fehlen (man denkenur an den tnror saxonieris in allem, was Papiergeld be-rührt); aber für diejenige Kritik, welche gegen unberechtigtenEinfluß nötig ist, bleibt auch noch Raum genug, wenn inöffentlichen Versammlnngen von dem deutschen Handels-stande, einein der ersteu der Welt, mit größerer Achtungals bisher gesprochen wird. Ist dieser selbst sich schuldig,die Schwächen abzustreifen, welche ihn in diese üble Stellungzu bringen beitrugen, so haben auch gerade die Männerdes öffentliche«! Wirkens, welche ihn zu heben wünschen,die Pflicht, ihn nicht mit Antipathie und Verbitterung zuerfüllen. Sonst möchte sich eines jener schlimmen Ver-hältnisse daraus entwickeln, die anf gegenseitiger Verachtuugberuhen.

Gesunder Idealismus, der im Leben steht nnd demLeben dient, wächst nicht in der Einöde der Wurzeln undKränter, von denen sich der Eremit nährt. Sittenprediger,

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