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spruchen können, ohne Bedeutung. Ja man kann mitRecht sagen, daß jener vorausgegangene Fehlschluß, wennüberhaupt dazu angethan, auf den Kredit späterer Unter-suchungen Einfluß auszuüben, vielmehr diesen späterenVorschub leisten müßte. Denn die Lehre, welche dasExempel enthält, wird doch wahrlich am wenigsten verlorensein für die, welche von ueuem an die gleiche Aufgabeherantreten. Sie mehr als jeder Außenstehende werdensich vergegenwärtigen, was ihnen selbst oder ihresgleichensoeben Passiert ist; ihre Aufmerksamkeit wird geschärft undgeradezu hingelenkt sein auf die Klippen, an denen die Ge-fahr lauert. Am Tage, nach dem ein Eisenbahnuuglückgeschehen, sagt man, sei die Fahrt am sichersten, und esist etwas Wahres daran. Doch alles dies, spreche es nuufür oder gegen, ist nur äußerlicher Natur. Sehen wir derSache selbst auf den Grund, so ergiebt sich mit noch größererEvidenz, daß gerade aus jenem früheren Irrtum der neuer-dings festzustellenden Wahruehmuug ein Plus au Glaub-haftigkeit zuwächst. Zur Zeit, da mit einemmale das Goldin nie dagewesener Fülle von allen Seiten aus den Ein-geweiden der Erde hervorquoll und der Vorrat an diesemMetall in gewaltigen Verhältnissen sich steigerte, lag esnahe, den Schluß zu ziehen, daß auf lange hinaus eiueWertverminderung des Goldes im Verhältnis zum Silberund zu allen übrigen Dingen eintreten werde. Es geschahdies aber nicht, und daraus geht eben am deutlichsten her-vor, daß der Beruf des Goldes als eines Weltmetalls einunerschütterlicher ist. Wäre dieser sein Beruf nicht so tiefund fest begründet in allen Lebensbedingungen der heutigenZivilisation, so hätte es eben jene Probe nicht so siegreichbestehen können.
Schon die große, durchgehende, tauseudjährige Be-wegung giebt ihr beredtes Zeugnis in diesem Sinne. Die