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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
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der ihm, wenn Not an Mann geht, anch zu Schutz undTrutz dienen kann; aber in den modischen Taschen ist keinPlatz mehr für solches Instrument, uud die lebenskundigenEnglander haben dasselbe schon vor einem Menschenalterauf die Verhältnisse eines großen Uhrschlüssels zurückgeführt.Mau vergleiche auch z. B. uoch einen Regenschirm odereine Brieftasche von vor fünfzig Jahren mit ihren heutigenNachkommen.

Eine ähnliche Bewandtnis hat es offenbar mit demVorzug, welchen die Neuzeit der Goldmünze vor der Silber-münze giebt. Der Antrieb hierzu wächst mit dem Fort-schritt der Kultur um so stärker, als die Preise der Arbeitund der Nahrungsmittel regelmäßig steigen. Abgesehen voneinzelnen seltenen Epochen der Weltgeschichte, in denen unterder Einwirkung besonderer Ereignisse ein Rückgang oderStillstand zn beobachten ist, ergeben die vergleichendenPreistabellen regelmäßig, daß jede spätere Periode mehrMetall für dasselbe Quantum Arbeit oder Getreide gegebenhat als die vorhergehende. Während aber die Steigerungder Preise sich mit dem wachsenden Bedürfnis nach be-quemeren, leichteren Utensilien begegnet, greift noch einDrittes im gleichen Sinne wirkend ein. Menschen undDinge gehorchen einem durch die Erfindungen immer mehrgenährten Trieb nach Ortsveränderung. Reisende undWaren durcheilen nach allen Winden die Welt, bald mehrbald weuiger eine Geldströmung in gleicher oder entgegen-gesetzter Richtung bedingend.

Der Drang nach mechanischer Verfeinerung des Geld-verkehrs datiert übrigens nicht erst aus neuerer Zeit, ob-wohl gerade in dieser begreiflichermaßen er an Gewalt un-endlich zugenommen hat. Der Gebrauch der Scheidemünze,des Wechselbriefes und der Banknote sind Resultate ebendesselben Bedürfnisses. Nur das eigentliche Staatspapier-