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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
Entstehung
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Selbst Adam Smith , der Inbegriff und die Summe alleswirtschaftlichen Denkens seiner Zeitgenossen und Nachfolger,übergeht das Problem noch mit Stillschweigen. Die Polemikder älteren Nationalökonomen hatte vor allem die Fälschungenzu bekämpfen, welche den Wert des Geldes künstlich von demWert des Metalls loslösen zu können glaubten. Zu derFrage des Kondominats beider Metalle standen sie meistensahnungslos, obgleich auch einzelne Ausnahmen zitiert wer-den, vor allem der Philosoph Locke , der sich in den klarstenWendungen und mit der noch heute maßgebenden Be-gründung gegen die Doppelwährung erklärt. Der unver-drossene Rationalismus der Revolutionsgesetzgebuug ist zumerstenmal auf den Grund der Sache gedrungen und hatsie im Priuzip ganz logisch richtig entschieden. Mirabeausbekannte Denkschrift vom 12. Dezember 1790 behandelt auchdiesen Gegenstand mit einer Meisterschaft, die noch heuteunsere Bewunderung erregt. Seitdem das Thema derDoppelwährung wieder in den Vordergrund der Tages-litteratur getreten, ist auch aus der Folgenreihe der gesetz-geberischen Verhandlungen zur Genüge der Beweis geliefertworden, daß die französische Münzverfassuug der neunzigerJahre, welche mit dem bekannten Gesetz vom 7. Germinal XI.abschließt, durchaus nicht in den Fehler verfiel, zwei gleich-berechtigte Metalle mit unveränderlichem Gegenseitigkeits-verhältnis zugrunde zu legen, sondern daß sie von rechts-wegen die Silberwähruug, den Franken mit dem Feingehaltvon 41/2 Gramm Silber, als die fundamentale Einheit desSystems hinstellte, dem gegenüber das Gold einen variablenWert haben sollte.

Eine Periode geringer Schwankungen zwischen beidenMetallen, welche erst durch die Entdeckung der kalifornischenund australischen Goldfelder plötzlich unterbrochen wurde,hatte die am Ende des Jahrhunderts mit so viel Scharf-