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sinn erörterte Frage wieder der Aufmerksamkeit entrückt.Die englische Münzregulierung von 1816 blieb eine innereAngelegenheit, und in Frankreich vergaß die von störendenThatsachen verschonte Praxis, daß der Gesetzgeber mit demVerhältnis von 15^/2 zu 1 nicht ein Ewiges zu stabilierengemeint hatte. Doch darf nicht unerwähnt bleiben, daßvon 1807 an die Tendenz leise auf ein Steigen des Goldesging; die Abweichung im Gegenseitigkeitsverhältnisse er-reichte das Maximum von 1 zu 16^4, und das Gold ver-schwand immer mehr aus dem französischen Verkehr bisgegen das Ende der fünfziger Jahre. Aber selbst dasHereinbrechen des kalifornisch-australischen Goldstromes regtenur mittelbar zur Erörterung des eigentlichen Problemsan. Auch damals ging der erste Impuls einseitig auf Ab-schaffung des einen Münzmetalls, des Goldes, weil manseine starke künftige Entwertung befürchtete. Aber indemdiesem Vorgang andere Thatsachen bald widersprechender,bald bestätigender Art nachfolgten, und die ohnehin inGärung befindliche Wiffenschaft durch alle diese konträrenBewegungen noch mehr aufgerüttelt wurde, entwickelte sichaus dem gleichzeitigen äußeren und inneren Prozeß die-jenige Gedankenarbeit, der allein es zuzuschreiben ist, daßzum erstenmal in historischen Zeiten grundsätzlich und auchpraktisch vor der ganzen zivilisierten Welt die Frage aus-geworfen wurde: ob vernünftigerweise die beiden Edel-metalle gleichberechtigt nebeneinander als Münze zu brauchenseien. Auf jedem Flecke zivilisierter Erde, auf welchem diebeiden Metalle sich aneinander reiben, entbrennt stetshitziger der Streit: ob nicht das eine dem andern weichenmüsse, und iu derselben Minute, in welcher dies Muß ent-schieden, ist auch die Frage, welches von beiden als dasschwächere dem andern zu weichen habe, gelöst. Wie langedie asiatischen Völker, welche, tausendjähriger Überlieferung