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gehorchend, im Wesentlichen noch mit der einfachen Silber-währung leben, sich bei dieser beruhigen wollten und würden,wenn einmal die herrschenden Handelsnationen das Silberzur Scheidemünze degradiert hätten, auch das wäre höchstwahrscheinlich nur eine Frage der Zeit. Hauptsache istund bleibt, daß der Widersinn einer Münzverfassung, welchedas Unmögliche möglich machen will, an der Wirklichkeitzerschellt und vor dem Verstände entlarvt ist. Zwei Ma-terien ihr gegenseitiges Wertverhältnis für alle Zukunftvorschreiben wollen, obgleich die wertbestimmenden Faktorenbei zweierlei Dingen sich von selbst verschieden gestaltenund daher ein stets wechselndes Verhältnis zur Folge habenmüssen, das ist ein Verkennen der Grenze, welche demmenschlichen- Können von der Natur der Dinge gezogen ist.Die Geschichte der wirtschaftlichen und insbesondere derMünzgesetzgebung ist die eines fortwährenden Kampfeszwischem dem Gesetzgeber und dem sich gegen seine künst-lichen Vorschriften empörenden Gang der Weltgeschäfte. Sooft hier die Natur der Dinge obsiegt, so oft siegt der Fort-schritt. Und wir sind jetzt an dem großen Wendepunktangelangt, in welchem, was lange vorbereitet war, unwider-stehlich zum Durchbruch kommt. Eine Beste nach der an-deren streckt die Waffen, der hartnäckigste Widerstand isterschöpft. Hie und da sucht ein durchaus nicht verzweifelnWollender in der Hoffnung Trost, daß etwas auftauchenwerde (ZorasttiillA v?iI1 turu uv), um ihm schließlich dochwieder Recht zu geben; oder ein Wunderdoktor schmeicheltsich, mit antithetischen Salbadereien im Stile Victor Hugos die exakte Wissenschaft zur Umkehr zu überreden. Dochalles vergeblicher Kampf auf verlorenem Posten. Nichtsist belehrender und bezeichnender in diesem Gang der Dinge,als der Weg, den Frankreich dabei zurückgelegt hat. Diesmerkwürdige Land, in seinem Denken zum vollendeten
kudioig Bambergcr's Ges. Schriften. lV. Z2