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Rationalismus zugespitzt uud doch zugleich mit scheuer Ehr-furcht und Furcht der Routine opfernd, hat, nachdem zuerstseine Gesetzgeber und Gelehrten das Richtige aufgestellt,mehr als alle andern mit der trägsten Zähigkeit an derfalschen Überlieferung festgehalten. Zoll um Zoll mußtesich die Wahrheit deu Boden erkämpfen.
Im folgenden Kapitel soll geschildert werden, wieüberall niit wachsender Gewalt in jüngster Zeit die richtigeErkenntnis sich Bahn gebrochen und von der wirklichenWelt Besitz ergriffen hat. Nicht aus dem Schacht derComstock-Minen, sondern aus den: strengen Denken dereuropäischen Bildung ist die große Katastrophe hervor-gegangen.
III.
Es liegt nur ein Jahrzehnt zwischen heute und derZeit, da die Aufgabe einer rationellen Münzreform Gegen-stand europäischer Verhandlung wurde. Das zweite Kaiser-tum hatte, bei allem, was ihm Unechtes innewohnte, dochlebhaften Sinn für Ideen, die über die Enge und Vorein-genommenheit französischer Überlieferung hinaus gingen.Aber diese erweiterte Anschauung unterlag in den meistenFällen der zähen Tradition, die bis auf den heutigen Tagin den „Büreaus" herrscht. Durch den Vertrag vom23. Dezember 1865 war die später sogenannte lateinischeMünz-Konvention begründet worden zwischen Frankreich ,Italien, Belgien und der Schweiz . Schon damals drängtesich, sobald man über eine durchdachte Münzvcrfasfung zuberatschlagen anfing, die Erkenntnis auf, daß es nur eineLösung gäbe, nämlich die ausschließliche Goldwährung. Aberschon damals scheiterte der Vorschlag au dem auf fran-