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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
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zösischer Seite vereinigteil Widerstand der Routine und dergroßen Geldmächte. Vergebens kämpften die Delegiertender drei anderen Länder mit allen Gründen der Wissen-schaft und Erfahrung, vergebens kamen ihnen hohe fran-zösische Autoritäten zu Hilfe: die Vertreter des geheiligtenHerkommens blieben die stärkeren, und das Gesetz vomJahre 1803, noch dazu falsch ausgelegt, ward als derWeisheit letzter Schluß die Basis der neuen Übereinkunft.Das Verhältnis des Silbers zum Golde sollte bis zumJahre 1880 lauf so lange läuft die Konvention) unwandel-bar feststehen. Wenn dieses Unterfangen schon damals aufstarken Widerspruch stieß, so kann man daraus entnehmen,daß die richtige Lösung des Problems nicht erst durch denhereindringenden Silberstrom herbeigeführt worden ist. Da-mals im Gegenteil lebte man noch unter dem frischen Ein-druck der Silberklemme, welche, durch den amerikanischenSezessionskrieg hervorgerufen, jahrelang Europa in Ver-legenheit gebracht hatte. Denn das Preisverhültnis aufdem Metallmarkt stand dazumal wie 1 zu 15,33 (Silber-preis 61^/2 die Unze, ein Prozent günstiger für Silber alsdas Normalverhältnis 1 zu 15^/2). Zwei Jahre darauf,unter der Konstellation der Weltausstellung von 1867,ward der schon vorher angeregte Gedanke, die sämtlichenKnlturstaaten dies- und jenseits des Ozeans zum Einver-ständnis über eine Weltmünze zu bringen, auf Frankreichs Veranstaltung hin einem eigens dazu berufenen Kongresseunterbreitet. Die lateinische Münz-Konvention sollte, nach-dem man eine gemeinsame Grundlage gesunden, zu einerdie Welt umspannenden erweitert werden. Auch in diesenVerhandlungen sprach sich die große Mehrheit für die reineGoldwährnng aus; nnr die Frage der Gewichtseinheit,welche der gemeinsame Maßstab werden sollte, gedieh nichtzur Reife; weder wollte England noch wollte Amerika von

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