— 340 —
seinem mit allen Zuständen verwachsenen Münzfuß lassen;Preußen beobachtete eine seinem Charakter entsprechendeZurückhaltung, und Österreich-Ungarn im natürlichen Gegen-satz dazu schmiegte sich möglichst nahe an Frankreich an,indem es Goldmünzen auf dem Zwanzigfrankenfuß zu Prägenübernahm, als Vorbereitung eines Anschlusses an denlateinischen Bund.
Mit dem praktisch ergebnislosen Auseinandergehen desinternationalen Kongresses konnte aber eine wiederholt undlebhaft in Betracht gezogene Frage nicht ohne weiteres liegenbleiben. Frankreich selbst mußte sich klar werden, wie essich zur künftigen Entwicklung der Diuge zu stellen habe.Einflußreiche Männer, zugleich die höchsten Sachverständigen,eine Reihe von Handelskammern mahnten immer wiederan die UnHaltbarkeit des bestehenden Zustands; und, diesemAndrang gehorchend, wurde eine Untersuchung (Dnqnßw)veranstaltet, welche, von Ende 1867 bis in den Anfangdes Jahres 1876 hinein arbeitend, eine Masse Material,teils wertlos, teils wertvoll, zusammentrug. Die schließlicheAbstimmung dieser französischen Versammlung war abermalsder Sieg der einfachen Goldwährung mit 17 Stimmen gegen 6.
Trotz aller Niederlagen im Kampf der Meinungenerhielt sich der ono der Doppelwährung unverändert.
Aber selbst als die Wucht der Thatsachen mit handgreif-lichem Ernst auf ihn eindrang, wollte er sich nicht er-schüttern lassen.
Bald nach dem Ende des großen Krieges begann derPreis des Silbers auf dem Weltmarkt zurückzugehen.Deutschlands mutiger Gedanke einer radikalen Umbildungseines Geldsystems war eine der vielen mitbestimmendenUrsachen bei diesem Rückgang. Wir werden weiter untenGelegenheit haben, sie allesamt aufzuzählen. Jedenfallswar Deutschlands Einfluß nur moralischer Natur, denn