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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
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leider blieb die Ausführung der Reform in ihrem Ganghinter der entschlossenen Konzeption, von der sie eingegebenwar, in beklagenswerter Weise zurück. Auch in Deutschland gab es Leute, welche sich von ihrer angestammten Anhäng-lichkeit an das Silber nicht losmachen konnten und stetsdarauf rechneten, die Vorsehung werde es zu seinem altenGlänze zurückführen. Viel mehr Eindruck als unser iso-lierter Entschluß machte in der Welt die Beobachtung, daßandere Länder sich anschickten, unser Beispiel zu befolgen.Diese Nachahmung war bei der großen UnPopularität, diedem deutschen Namen unter den Völkern anhaftet, um somerkwürdiger. Und wenn es schon überhaupt wenige giebt,ans die wir einige Anziehungskraft auszuüben unsschmeicheln können, so waren unsere Nachahmer in diesemFalle gerade solche, bei denen wir von lange her undnamentlich seit den letzten Jahren einer besonderen Ungunstgenossen. Dänemark, Schweden und Norwegen auf der einenSeite, Holland auf der andern gaben durch ihr Vorgehender Welt zu verstehen, daß Deutschland nicht einer theore-tischen Schrulle gehuldigt, sondern eine Bahn betretenhatte, in welche aus innerer und äußerer Notwendigkeitspäter oder früher jeder vernunftgemäß regierte Staat wirdeinlenken müssen. Und zwar waren die skandinavischenKönigreiche auf einem Wege zu ihrem Entschluß gelangt,der von dem der Holländer ganz abseits lag. Jene haben,ähnlich wie Deutschland , aus freien Stücken sich zunächstzur Herstellung eines einheitlichen Münzwesens ermanntund sind bei dem Nachdenken über die hierbei zugrundezu legende Wahrheit gleichmäßig wie wir zur Einsicht ge-langt, daß etwas anderes als die reine Goldwährungnicht denkbar sei, sobald überhaupt einmal reformiertwerden solle. Anders kam die Sache in den Niederlanden ;hier läßt sich eher eine Verwandtschaft mit der Entwicklung