Druckschrift 
4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
Entstehung
Seite
349
Einzelbild herunterladen
 

349

Rechnung des Staates. Wie wenig die ganze Operationim übrigen mit der Sorge für den allgemeinen Landes-verkehr zu thun hat, läßt sich aus dem Beispiel der italieni-schen Manipulation am einfachsten nachweisen. Was be-deutete die dem Königreich gegebene Erlaubnis, 40 Mil-lionen Silber auszumünzen? In dürren Worten das Recht,an dem Raube, der auf Kosten des Goldmünzbestandes dervier Konventionsländer organisiert wurde, seinen Teil zunehmen. Nur seinen Teil? Nein, viel mehr! Denn daItalien nicht einmal Silber-, sondern nur'Papierumlaufhat, so braucht es das auszumünzende Silber nicht fürsich. Auf ihren letzten Ausdruck zurückgeführt, bestand alsodie italienische Operation darin, daß die Regierung mitirgend einem Geschäftsmanne ein Übereinkommen traf, dem-gemäß derselbe gegen eine Vergütung, welche dem am Silberzu erzielenden Gewinn entsprach, ihre Quote von 40 Mil-lionen ausmünzte. Diese wanderten dann in dasjenigeLand der Konvention, wo sie am besten zu rentieren ver-hießen. Die Masse der italienischen Stücke strömte dahervorzugsweise nach Frankreich, der Nest nach Belgien undder Schweiz . Vorerst trug das französische Verkehrsgebietdie Unkosten einer Falschmünzeroperation, deren Profitzwischen dem italienischen Fiskns und irgend einem Bank-haus geteilt wurde. In Frankreich genossen bis auf einenBruchteil der letzten Quote von 1876/77 die Bankhäuserallein den Profit. Bei der Auskehr am Ende der Tage,wenn es gelten wird, die entwerteten Silberstücke durchvollwichtiges Gold zu ersetzen, werden die Völker jenen Ge-winn, von dem sie nur einen Teil oder gar keinen Teilerhielten, mit verzehnfachten Opfern erstatten müssen.Darum erwogen auch, je nach ihrer Solidität oder Gewissen-haftigkeit, die einzelnen Staaten die Frage, ob sie von derihnen zugeschobenen Berechtigung thatsächlichen Gebrauch