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der Silberlegitimisten etwas anderes als wachsende Ent-täuschung zu bereiten. Der Preis des Metalls fiel, dieSorge der davon Betroffenen stieg. Nur die offizielle,französische Welt fand, daß die Lage nichts zu wünschenübrig lasse und alles am besten bleibe, wie es sei. Demgegenüber erneuerten bei dem Wiederzusammentreten derKonferenz im Jahre 1875 die Repräsentanten der Schweiz den Ausdruck ihrer Besorgnis; wenn man auch an demvorläufigen Abkommen festhalten wolle, so solle manwenigstens die Maximalziffern der Ausprägungslicenz fürSilber namhaft herabsetzen. Italien leugnete nicht, daßder Vorschlag innerlich wohlbegründet sei, wollte aber dieAnwendung der richtigen Maxime auf spätere Zeiten ver-schoben wissen. Vorerst hatte seine Bank noch einen be-deutenden Silbervorrat, den auf Kosten der Gemeinschaftloszuwerden, ihr sehr angenehm sein mußte, und diesemUmstände zu lieb ward endlich beschlossen, Italien statt derfrüher bewilligten 40 nunmehr für 1875 50 Millionen zu-zugestehen; und da, was dem einen recht, dem anderenbillig, so wurde das Gesamtkontiugent von 120 auf 150Millionen für das Jahr 1875 erhöht.
Im Laufe des Jahres 1875 bewegte sich der Preisdes Silbers, kurze Momente der Gegenströmung abgerechnet,in stetigem Niedergang. In den Monaten Januar undFebruar, während die Konferenz zu Paris tagte, galt dieUnze in London 57^ Pence, was einem Verhältnis zumGolde wie 1 zu 16,43 entspricht. Ende Januar undFebruar 1876, als sie zum dritten Male sich versammelte,war der Preis auf 55 gesunken mit einer entsprechendenVerschiebung des Verhältnisses zum Golde gleich 1 zu 17,14.Das heißt, zwischen der gesetzlichen Fiktion und der Wirk-lichkeit des gegenseitigen Tauschwertes hatte eine Abweichungvon 11 Prozent zum Nachteil des Silbers stattgefunden.