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der unaufhaltsamen Notwendigkeit gehorchend, der Finanz-minister sich entschloß, die Ermächtigung zum Einstellen derSilberpräguug zu verlangen, welchen Gebranch konnte ernoch von derselben machen? Nicht die Prägung eines ein-zigen Fünffrankenstücks konnte er mehr aufhalten! Nichtbloß die für das Jahr 187k eingeräumten 54 Millionen,sondern auch die Anwartschaften auf die weitereu 27 Mil-lionen, zusammen 81 Millionen, waren bereits vergriffen,und zwar, wie der Minister selbst eingestehen mnszte, inden ersten vierzehn Tagen nach Schluß der Konferenz!Man sieht, die Lentc von der Profitablen Praxis bleibenan hellsehender Befähigung nicht hinter den Theoretikernzurück. Die Wirkung des Gesetzes ist somit vorerst nureine platonische, und ihre eigentliche Bedeutung liegt darin,daß die französische Negiernng auf der nächsten lateinischenKonferenz Anfang 1877 eine andere Stellung als bisherzur Frage nehmen muß und, falls sie, wie nicht unmöglich,sich neue Silberliecnzen auswirkt, schwerlich von ihnen Ge-brauch machen wird.
Welchen Weg aber kann Frankreich einschlagen, wennbis zum Jannar 1877 das Silber nicht über 61 Pence(von 52, die es heute wert ist) hinaufgeht? Nur dreiMöglichkeiten liegen sodann vor:
1. In dem geschaffenen Zwischenstadium zu verharrenund kein Silber weiter zur Münze zuzulassen. Damitkann das Land ein halbwegs ertrügliches.Dasein nur führen,so lange der Zwangskurs der französischen Banknoten be-steht. Von dem Augenblick an, wo die Bank wieder ver-pflichtet wird, ihre Noten in bar einzulösen, wird dieselbeentweder nur Silber geben, und dann wird sofort das Goldmit Prämie im Verkehr bezahlt werden; oder die Bankgiebt ihr Gold her, dann wird man ihr alles im Landebefindliche Silber bringen uud das Unterpfand ihrer Noten