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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
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Beträge an Silber jahraus jahrein die Wage, nnd vondieser Million werden nur etwa 2/5 zn Münzzwecken ver-wandt. Der Verbrauch zu Manufakturzwecken übersteigtnicht die geringe Summe von KOO.OVO Pfund Sterliugoder 12 Millionen Mark, und darin ist nicht blos der Ver-brauch für Geräte, sondern auch für galvanische Ver-silberung und Photographie inbegriffen. Was aber Frank-reich betrifft, so stimmen die Beobachtungsresultate desBerichts bei aller Enthaltsamkeit, die sie in der Skizzierungvon Zukunftsbildern üben, mit unseren eigenen oben ent-wickelten Ansichten überein. Einerseits wird konstatiert, daßseit dem Rückgang der Silberprcise Frankreich vermöge derfiktiven Wertrelationen das Abzngsbecken für das minder-wertige Metall geworden ist, daß namentlich unter demSchutz der lateinischen Münzkonvention, welche der Bank-gonverneur Rouland mit Recht einefatale" nennt, auchdas auf Papier fußende Italien seinen ganzen Vorrat anSilbermünzen und sogar an uutergradiger Scheidemünzenach Frankreich hinübergeworfen hat; daß in der That undalles in allein berechnet, mehr als die Hälfte sämtlichen,während der letzten vier Jahre in der Welt produziertenSilbers auf Frankreich ausgeschüttet worden ist; daß aber,nachdem der Weg unvermeidlicher Erkenntnis endlich be-schatten, d. h. die Silberprägung erst beschränkt und dannsistiert worden, das Land nicht länger fortfahren kann, aufdie bisherige Weise der Welt als Abzugskanal für denÜberschuß des an Wert verminderten Metalls zu dienen.Der Totalüberschuß nämlich, welcher im Lauf der letztenvier Jahre, verglichen zu den vorhergegangenen vier Jahren,auf den Weltmarkt kam, betrng rnnd anderthalb MilliardenMark, und von diesem Gesamtbetrag erhielt Frankreich 670 Millionen. Diese Thatsache und die iunere Unmög-lichkeit ihrer Fortdauer ist, was die Kommission als das