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Zeit ein wunderlicher Heiliger*) von Paris ans mit der un-schuldvollen Überzeugungen eigenen Emphase allen Nationender Erde in allen Zungen predigt. An sich beruht zwarder Gedanke, daß ein finanzschwacher Staat zu gesunderMünzverfassung eher gelangen könne, wenn er nach Silber-oder Doppelwähruug, als wenn er nach Gold hinsteuert,ans Selbsttäuschung; aber es läßt sich doch nachfühlen, daßdie schönselige Quacksalberei weltumspannender Münz-konventionen für solche Staaten, welche an finanziellenSchwächezuständen leiden, etwas Verlockende? hat.
Nachdem unser Verfasser die Fülle seines Wissens uudden Reichtum seiner Gedanken-Kombinationen erschöpft hat,geschieht es auch ihm, daß er bei der schließlichen Nutz-anwendung nur die alten Irrtümer iu ueuer Form zuTage fördert. Was ihn beschäftigte, fesselte, anregte, waroffenbar die geologische Hypothese. Nachdem er sie mitallem Aufwand von Gelehrsamkeit und Geist entwickelt,nachdem er alle Höhen und Tiefeu der fünf Weltteiledurchwandert — was Wnnder, daß die vielbetretene Heer-straße den vielleicht etwas Ermüdeten lockt, um rasch zumZiel zu kommen! Schon die äußere Ökonomie des Buchesträgt die unverkennbare Spur dieser zwiespältige» Sach-behandlung. Auf kanm dreißig Seiten am Schlüsse, zu denenallenfalls noch siebenzig im Eingang, welche allgemeinerenBetrachtungen gewidmet sind, mit gerechnet werden könnten,werden die inhaltschweren Konklusioueu gezogen. Diesenhöchstens 100 Seiten, in welchen die eigentliche Münzfrage be-Handel ist, stehen 270 gegenüber, die sich mit der geologischenund bergmännischen beschäftigen. Aber um so besser! Die,welche nützliche Belehrung suchen, haben entschieden beidieser Stoffverteilung ihren Vorteil gefunden, und schließ-
*) Cernuschi.