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lich braucht man nicht zu fürchten, daß die falsche Moraldieser nützlichen Schilderung irgend jemanden auf Abwegeführen werde. Die Münzrevolution, die sich unter unserenAugen vollzieht, entspringt nicht künstlichen Veranstaltungen,und alle Bemühnngen, die darauf gerichtet werden, ihrenKonsequenzen zu entrinnen, werden zerstieben wie Spreuvor dem Winde. Diejenigen insbesondere, welche berufensind oder welche zum mindesten berufen sein sollten, diegroßen, folgenschweren Entscheidungen für die Münzpolitikihres Volkes zu fassen, werden bei allem Reiz, den einWerk wie das vorliegende auf sie ausüben mag, sich nichtverbergen können, daß es ein wenig zu sehr nach der Lampe riecht, als das; wir nns seiner Führung bei dem Tagewerkdes Lebens unbedenklich überlassen dürften. Womit jedochkeineswegs jener ewig wiederkehrende Vorwurf der „Theorie"gemacht sein soll, mit welchem Plattheit oder Eigennutz sichdas Wissen und Nachdenken vom Halse zu halten suchen.Nur das will ich ausdrücken, daß wir es hier mit einerStudie zu thun haben, deren Schwerpunkt in der geschicht-lichen und naturgeschichtlichen Darstellung liegt. Ebendeshalb ist auch ihr Verdienst in derselben Richtung zusuchen. Wenn wir die französisch geschriebenen Arbeitenvon Humboldt abrechnen, giebt es in Deutschland noch keineMonographie, welche, wie die von Süß, eine zusammen-fassende Darstellung ans diesem Gebiet geliefert hat, undsich an die Schriften der Engländer Lord Liverpool undJacob, wie der Franzosen Lenormant (Fran?ois) undChevalier anreiht, mit dem Unterschied jedoch, daß dasneneste Werk weniger als die genannten dem Münzwesenund mehr als dieselben dem Bergwesen zugewendet ist.