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I.
Gestützt auf die Kenntnis von der Beschaffenheit derErdoberfläche, welche sowohl durch das Studium der Natur,als durch die Erfahrung des Bergbaues gewonnen wird,entwickelt Süß seine Hypothese, welche wir kurz zusammen-fassen, wie folgt:
Daß die edleren Metalle die schwereren sind, ist be-kannt. Schon daraus ergiebt sich, daß sie als Bestandteileder Erdsubstanz mehr nach dem Inneren als nach derOberfläche zu geschichtet sein müssen. Dieser Voraussetzungkommt zur Hülfe die Beobachtung der Spektralanalyse,welche auf der Oberflüche der Sonne eine Reihe der auchbei uns leicht erreichbaren Metalle verrät und deshalb derVermutung Raum läßt, daß die übrigen den unseren ent-sprechenden Metalle, edle nnd schwerere, im Innern desgroßen Feuerballes liegen. Eine andere Betrachtung kommtderselben Annahme zustatten. Das spezifische Gewicht derErde würde ein geringeres sein, als es ist, wenn dasInnere derselben aus den gleichen Stoffen gebildet wäre,welche die Rinde enthält. Um die Ausgleichung zu erzielen,sind wir auf den Rückschluß angewiesen, daß im Gegensatzzu dem verhältnismäßig leichten Gestein der Schale derKern der Planeten Metalle enthalten müsse, wahrscheinlichgroße Massen von Eisen und — in welchem Verhältnis istnicht zu bestimmen: Gold, Platina und Silber*).
Aus der Voraussetzung nun, daß die drei Edelmetalle,Gold, Platina und Silber, durch ihre spezifische Schweream meisten nach dem Inneren des Erdkörpers gezogen