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4 (1896) Politische Schriften von 1868 bis 1878
Entstehung
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künftigen äußeren Vorgängen abhängen. Hier liegt eineRechnung mit bekannten Größen vor. Ferner ist die Wert-verminderuug des Silbers eine bereits für die Gegenwartvollzogene Thatsache . Die, welche vor drei, vier Jahrenvoraussagten, daß binnen kurzem ein Rückschlag eintreteniverde, warteu noch heute auf Erfüllung ihrer Hoff-nungen. Zwingende wirtschaftliche Notwendigkeit hat seitfünf Jahren einen Staat nach dem anderen dahin geführt,sich von der praktischen Anerkennung des früheren festenVerhältnisses vou Silber zu Gold loszusagen, dem Goldallein freien Zugang zu den Prägeanstalten zu lassen. In-dem wir auf Grund dieser lebendigen Vorgänge und imVerständnis ihres wohlbegrttndeten Zusammenhangs an dieFortdauer der gegenwärtigen Sachlage glanben nud unsauf dieselbe einrichten, thun wir gerade das Gegenteil vondem, waS die Lehre von der Zukunft des Goldes unsempfiehlt; denn diese mutet uus zu, im Vertrauen auseinen dereinst nach Jahrhunderten zu erwartenden Umschlagder Dinge die Lehren der heutigen Erfahrung abzuweisen.AllerdingsAvuverrikr e'sst prsvoir", und jeder Entschlußgerade auch iu dieser kitzlichen Wührungsfrage hängt vonder Ansicht ab, die wir uns von der Zuknnft zu bildenhaben. Fragt sich uur, von welcher Zukunft und aufwelche Berechuuug gestützt? Der Gang der Weltgeschichtehat dahin geführt, daß nur die Nationen, welche die aus-schließliche Goldwährung haben, sich geregelter Münzverhält-nisse erfreuen und nicht ans Abänderungen zu siuuen ge-zwungen sind. Die eigeutliche Doppelwährung konnte keinStaat in Wirksamkeit erhalten, kein Staat, kein einziger!Das ist ein Wort. Und die Staaten, welche auf dieDoppelwährung verzichten mußten, ohne sich zur einfache,?Goldwährung entschließen zu können oder zu wollen, allediese siud in Verlegenheit, wie sie diesem unleidlichen