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Operationen Deutschlands einen geringen Einfluß auf dieBewegung der Silberpreise ausgeübt hatteu. Die Zifferndes letzten Jahres haben dies zur Evidenz bekräftigt. DieQuantitäten Silber, welche die deutsche Reichsregieruug seitdem Herbst 1876 bis heute auf den Markt gebracht hat,übersteigen ganz außerordentlich die früheren Verkäufe desgleichen Zeitabschnittes. Wir haben in: ersten Halbjahr1877 vier mal so viel Silber auf den Markt geworfen, alsim letzten Halbjahr vorher. Gleichwohl waren die Silber-preise nie so stetig! Sie haben sich stets in denselbenengen Grenzen gehalten. In den Jähren 1872 bis 1876,während deren wir äußerst ängstlich und rückhnlteud mitAugebot zu Markte kamen, bewegten sich die Schwanknugeuim Abstand von 60 bis 46 Peuce per Unze, d. h. in einemSpielraum von 25 Prozent; dagegen blieb in der letztenPeriode trotz unserer starken Anfuhren der Preis in der engenGrenze zwischen 53 und 54 eingedämmt. Und nach derErklärung braucht man nicht lange zn fnchen wenn manweiß, daß Indien allein in der Jahresperiode 1876—1877 für140 Millionen Mark Silber in London aufgenommen hat,im Jahre vorher aber nnr 31 Millionen. Wie man nach dieserErfahrung noch behaupten kann, Deutschland habe dieWertverminderung des Silbers auf dem Gewissen, ist schwerbegreiflich.
Noch mehr überrascht es, unter der Feder ciues Ge-lehrten der Bemerkung zn begegnen, daß die Unzuträg-lichkeit der deutschen Münzreform sich an der Ausfuhr derDoppelkroneu vffeubart habe. Als ob es ein Laud gäbe,desfeu Hartgeld nicht vvn Zeit zu Zeit oder fogar bestäudigausgeführt wird, bald mehr, bald weniger. Selbst dasPapiergeld wird ausgeführt, wenn auch am seltensten.Selbst Papiergeld, welches sv weuig Geld ist, ist noch soviel Geld, daß es sich seiner Bestimmung, Allerwelts-