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Vermittler zu sein, nicht ganz entziehen kann. Wie aberdas schlechteste Geld, das aus Papier, am wenigsten ex-portiert wird, so natürlich das beste am meisten. Darinbesteht eben seine Lebensaufgabe; im Kommen und Gehen.Niemand wird vorschlagen, Geld aus einem Metall znmachen, dessen Vorrat nicht durch Zufuhr vermehrt werdenkönnte. Alles aber, was von Natur zufließen kann, kannauch abfließen; es muß es können, sonst wäre es für seinenZweck unbrauchbar. Seitdem der vorübergehende uud nochdurch besondere Ausnahmsverhältnisse bedingte Abzng vonGold aus Deutschland im Jahre 1874 so viel ungereimtenKlagen zum Anhalt gedient, hat die entgegengesetzte Be-wegung mehr als einmal uns auch Gold iu Meuge wiederzugeführt, nud gerade wieder in den letzten Zeiten. Dergrößte Teil des Goldes, welcher aus den Reichsprägc-anstaltcn dermalen in den Verkehr wandert, kommt frei-willig anmarschiert. Die Regierung braucht gar nichts znthun, um es herbeizulocken, sie braucht mir gewähren zulassen, gerade wie sie auch gewähren ließ, als eiue zeitlaugdie audere Strömung herrschte. Vou deu rnnd 1500Millionen Mark in Gold, die wir bis jetzt ausgeprägthaben, sind ruud 200 Millionen von Privatleuten geliefertworden, uud die Summe wäre uoch viel größer, weuu inder ersten Zeit der stärksten Prägung der Staat nicht dasGeschäft des Goldimportcs als ein sehr einträgliches selbstbetrieben hätte. In den letzten sechs Wochen deS erstenHalbjahres 1877 wurden allein an 30 Mill. Mark Doppel-kronen für Privatrechnnng auf deutschen Mttuzeu geprägt.Sind die Länder, welche nns dies Gold verkauften, ebendarum weuiger glücklich als wir, die wir es tauften?Wunderlicheres als die Vorstellungen ökonomischer Art,welche in den „besten" Kreisen umgehen, giebt es freilichüberhaupt uichts. Als jüngst in einer Gesellschaft die Rede