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mi, und als ein sichtbares Zeichen dieses Geistes und die-scr Gesinnungen überreichen wir Ihnen diese Fahne, ge-schmückt mit den Emblemen Ihrer Kunst. Empfangen Siedieselbe aus meiner Hand, und bewahren Sie dieselbe, das;sie der Zukunft zeige, wie die Frauen der Gegenwart dasStreben ihrer Männer anzuerkenucn und zu ehren wußten,und bewahren Sie dieselbe, daß sie wehe von Jahrhundertzu Jahrhundert als Palladium Dessen, was ihre Kunst zuschützen berufen ist, als Palladium der Freiheit desGeistes!"
Alö die Fahne unter Beifallöbezeigungen und froherRührung von dem Oberältesten übernommen war, antwor-tete er der geehrten Sprecherin und sämmtlichen Anwesen-den mit folgenden Worten:
„Jcl, bin berufen, hochgeehrte Frauen und Jungfrauen,im Namen der Innung für das so eben aus Ihren werthenHänden empfangene schöne und kostbare Fcstgeschenk zu dan-ken, ein höchst ehrender und bedeutungsvoller, aber eben soschwieriger Auftrag. Der Reichthum, die Pracht, die ge-uaue und schöne, fast unübertreffliche Ausführung, zeugennicht nur von so vielem Geschmack und großer Sorgsamkcit,sondern auch von dem sichtbaren Bestreben, das Fest in derErinnerung nicht spurlos vorübergehen zu lassen. EmpfangenSie daher Alle, und insbesondere Sie, die mit mancherAufopferung die Leitung des Ganzen übernahmen, im Na/mcn sämmtlicher Bethätigter die Versicherung unseres innig-sten, tiefgefühltesten Dankes, der auch auf spätere Geschlcch-ter übergehen wird."
Nachdem die Fahne dem Trager derselben übergebenwar, verfügten sich sämmtliche Anwesende in den Zug zurück.So wie die Fahne sichtbar wurde, erschallte tausendstim-miger Jubel durch die Lüfte und verbreitete sich, soweit daöAuge reichte, und nahm kein Ende. Aller Herzen warenerfüllt von Rührung und Freude.